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Belgien rüstet auf

Mächtig aufgerüstet hat zum Jahreswechsel meine Leib- und Magentankstelle an der belgischen Grenze bei Eynatten. Vier flamm nagelneue Säulen statt einer klapprigen. Unter regenschützendem Dach. Mit schnelleren Pumpen als je zuvor. Und dank doppelter Stellplatzzahl weniger Notwendigkeit, nach dem Einhaken des Tankrüssels wieder ins Auto steigen zu müssen, um vor dem Bezahlen nochmal ein Stück vorzusetzen, damit der hinter einem stehende Depp mit dem seit zwanzig Minuten laufendem Motor schon mal anfangen kann. Nicht mal teurer ist das Gas geworden.

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Fehlt eigentlich nur noch freies WLAN, damit man seine Begeisterung auch ohne Roamingkosten in die Welt hinaustwittern kann.

Da fällt mir ein, dass ich ganz vergessen habe, euch zu zeigen, wie meine Lieblingszapfstelle noch vor Weihnachten aussah:

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Wochenlang war die Glastür mit Holzplatten provisorisch verrammelt, man musste durch den seitlichen Restauranteingang ins Gebäude. Der Tankwart erklärte mir, warum: Ein paar belgische Crashkiddies hatten in der Nacht einen geklauten Opel Corsa mit Wucht in die Tür gesetzt. Durch die Splitter kletterten sie in den Shop, plünderten die Zigarettenregale und machten sich dann mit dem Wagen davon.

Die Freude am erfolgreichen Bruch dauerte nicht allzulang. Ein paar Minuten später rasten die euphorisierten Möchtegernkriminellen schon in eine Geschwindigkeitskontrolle der Polizei.

Mit etwas Glück hätte es bei einer gebührenpflichtigen Verwarnung wegen zu schnellen Fahrens bleiben können – wenn die kriminellen Großhirne nicht ihre schwarzen Skimasken auf dem Armaturenbrett liegengelassen hätten.

Thema verfailt

LPG-Fail_100_2So schnell wird man zum Trottel. Guckt euch mal diese „Fill Up Fails“ auf Demonicious.com an. Den Tankentyp auf Bild 8 (Pfeil) kennen wir doch, oder? Jau, das bin ich, damals bei der Erstbefüllung des 100-Euro-Golfs im Dezember 2007.

Der gute Ryan von Demonicious hat offenbar geglaubt, der LPG-Tankrüssel sei ein normaler und stecke in der falschen Öffnung des 100-Euro-Golfs. Und jetzt steht der Schreiber dieser Zeilen in einer Reihe mit Leuten, die beim Wegfahren von der Tanke die Zapfpistole steckenlassen. Sowas ist hart.

Ich bin nicht sicher, wer von uns beiden der Fail ist und hab dem Mann die Hintergründe mal in einem Kommentar – etwas weiter unten auf seiner Seite – erläutert. Ist ja auch nicht leicht zu verstehen, dieser Kram mit alternativen Kraftstoffen, sauberer Verbrennung und günstigen Preisen.

Ein leichtes Bedauern war trotzdem da: Wäre man Amerikaner, könnte man jetzt bestimmt ein locker sechsstelliges Sümmchen für emotional distress einklagen, von all so Copyrightgedöns ganz zu schweigen. Der Mercedes würde sich über ein neues Paar Vorderreifen bestimmt freuen… aber nein, wir sind ja lieb.

Nuja. Was wär das Internet ohne Trottel? Jedenfalls nicht so lustig.

(Danke an Pedro für den Link!)

Tankenfoto

Wir unterbrechen das Baskenblog mal wieder kurz. Heute wurde ich vor die Tür gejagt, um ein Aufmacherbild für den Webauftritt der Aachener Zeitung zu schießen:

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Also wirklich. Da fällt der Benzinpreis mal um zwei Cent, schon wird gehamstert wie im Winter 1948/49. Mich interessiert das nicht ganz so. Autogas kostet in Belgien 349 Cent, und an Benzin hab ich nur etwa fünf bis zehn Liter Starthilfeschluck im Tank.

Gasprobleme

Gestern auf dem Weg zum Joggen erstmals richtige Probleme gehabt. Der Wagen lief ruckelnd, ging immer wieder aus, beschleunigte nicht richtig, sprang nach dem Ausgehen kaum noch an.

Bin mit Müh und Not wieder nach Hause gestuckert. Dort mal die Zündkerzen angeguckt: Total verrußt. Saubergebürstet – danach fuhr er wieder.

Liegt das nun an den rund 6.500 Kilometern LPG-Betrieb? Oder daran, dass der Luftfilter schon ziemlich zu sitzt? Verfettet dadurch das Gemisch, trotz elektronischer Einspritzmengenregulierung?

Morgen kaufe ich mal einen neuen LuFi. Und neue Kerzen.

Wieder mal unterwegs II

Der eigentliche Anlass meiner Fahrt in alte Heimaten war allerdings ein anderer.

Blogheader Frühling

Aber das ist eine andere Geschichte und soll anderswo erzählt werden.

Hierhin gehört allerdings, dass mich nach vollbrachten fliegerischen Glanztaten* der Navi-Knubbel erst glücklich weit hinein nach Wuppertal in eine abgelegene Gegend führte, wo inmitten eines tief schlafenden Wohnviertels ein freundlicher Subaru-Händler mit einer 24-Stunden-LPG-Tanke wartete…

Gas-Wuppertal08_800

…und mich dann, als ich schon wieder auf der Autobahn und fast schon in Düsseldorf war, unbedingt auf die A59 lotsen wollte, die mich geradewegs zurück nach Leverkusen und auf die A1 brachte, die ich eine Stunde vorher bei Wuppertal verlassen hatte. Was für ein Riesenumweg.

Navis. Liebt sie oder hasst sie.

* A good landing is any landing you can walk away from. A great landing is when you can use the airplane again.

Jetzt aber: Gasanlagenbilder!

Bei Tageslicht schaut die Sache doch schon ganz anders aus. Jetzt sieht man erstmal, was für ein verschmuddeltes Auto man hat. Aber egal: Das hier habe ich also für mein diesjähriges Weihnachtsgeld (plus einer fetten Überziehung meines Kontos) bekommen.

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Blick in den Motorraum: Links der Verdampfer…

Steuergeraet17_800

…und auf der anderen Seite, rechts neben der Batterie, das Steuergerät. Ich weiß, ich könnte den Motorraum mal wieder sauber machen.

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Der Tankanschluss sitzt unten im Stoßfänger. Unter der Tankklappe wäre er bruchgefährdet gewesen. Okay, ist keine superelegante Lösung, schmutzige Finger holt man sich auch, aber ich vertrau da mal den Experten. Nachdem ich gestern gesehen habe, wie der schwergewichtige Rüssel mit dem Schlauch am Tankanschluss dranhing, ist es wirklich wichtig, dass der stabil im Auto sitzt. Ich weiß, ich könnte den Wagen mal wieder waschen.

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Wie man sieht, ein ganz schöner Brocken. Für die Abdeckung werde ich mir noch etwas einfallen lassen müssen. Ich weiß, ich könnte den Kofferraum mal wieder saugen.

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In der Mittelkonsole sitzt das Steuergerät. Mit dem Kippschalter wählt man die Betriebsart: Nur Benzin – Automatik – nur Gas. Im Alltagsbetrieb bleibt die Automatik an. Sollte der Gastank mal leergefahren sein, wählt man reinen Benzinbetrieb, um zu starten. Die Stellung „nur Gas“ wird normalerweise nicht benutzt, höchstens, um bei leerem Benzintank zu starten. Ich weiß, ich könnte den Innenraum mal wieder reinigen.

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Nach dem Starten einmal mit der Drehzahl über 2.000 gehen, dann springt das Gasventil an und der Motor läuft mit LPG.

Die Probefahrt gestern war ganz gut. Im Stadtverkehr ist kaum ein Unterschied zu merken: Golfi war kein Ferrari und ist kein Ferrari, aber mit seinen 60 PS auch im Gasbetrieb durchaus gut zu Fuß. Der Motor läuft sehr sanft, vielleicht sogar sanfter als vorher. Das kann aber auch am neuen Vergaserflansch liegen – der alte war rissig und zog Nebenluft. Auf der Autobahn hatte der Wagen etwas Probleme, auf über 100 km/h zu kommen, aber vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet.

Nochmal für Direktverlinker: Es handelt sich um eine geregelte Venturi-Anlage des Typs BRC Just, eingebaut in einen VW Golf III vom Januar 1995, 1,4-Liter Motor mit 60 PS, Kennbuchstabe ABD, Kilometerstand etwa 280.000 (plusminus 20.000 oder so).

Das erste Mal

Kompliment an die Werkstatt. Die Jungs vom Autogaszentrum Aachen haben optisch saubere und objektiv pünktliche Arbeit geleistet. Wie vereinbart, war der Wagen heute Nachmittag abholbereit. Einziges Hm: Der 57-Liter-Tank (= 48 Liter reell nutzbar) steht wirklich ganz schön hoch im Kofferraum.

Ansonsten macht alles einen prima Eindruck. Der Wagen startet problemlos (stets auf Benzin), und sobald man einmal kurz Drehzahl gibt, springt mit einem vernehmlichen Klacken aus dem Kofferraum die Gasanlage an. Die entsprechende LED in der kleinen Kombianzeige in der Mittelkonsole wird dann grün statt rot (eine hervorragende Farbwahl angesichts des Anteils von 5 bis 8 Prozent rot-grün-schwachsichtiger Männer an der Gesamtbevölkerung) (woher ich das wohl weiß).

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Mit dem noch werkstattwarmen Wagen geht es dann gleich mal zum Tanken nach Eynatten rüber (hinterm Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch runter von der Autobahn). Tolles Gefühl: Einmal Volltanken für 22,85 Euro. Blödes Gefühl: Bei den Preisen ist nicht mal ein Regenschutz für die werte Kundschaft drin. Naja. Vielleicht, wenn die Preise über 70 Cent steigen. Der aktuelle Literpreis von 53,2 Cent sei in jüngster Zeit deutlich erhöht worden, sagte der Fahrer hinter mir. Noch vor kurzem hätte der Liter nur etwa 39 Cent gekostet.

Fotos mach ich morgen, im Hellen. Und mit etwas Glück sogar im Trockenen.

Nachtrag am 4. September 2009:

Wie ich mittlerweile weiß, habe ich an diesem Tag fürchterlich versagt. So fürchterlich, dass das Foto oben es ins Blog Demonicious.com in die Rubrik „Fill Up Fails“ geschafft hat:

http://demonicious.com/20090901/fill-up-fail/

Der gute Ryan von Demonicious, Gott segne ihn, ist offenbar der Meinung, der LPG-Tankrüssel sei ein normaler und stecke in der falschen Öffnung des Autos.

Da ich nicht sicher bin, wer von uns beiden nun der wahre Fail ist, habe ich dem Jungen mal die technischen Zusammenhänge in einem Kommentar weiter unten auf der Seite erläutert.

Was wäre das Web ohne Deppen? Jedenfalls nicht so lustig.

Das wär doch nicht nötig gewesen

Kaum lass ich eine Gasanlage in den Hunderteurogolf einbauen, fallen die Benzinpreise. Das ist blöd. Andererseits: Kaum lass ich eine Gasanlage in den Hunderteurogolf einbauen, steht das hier in der Aachener Zeitung:

AZ_GasautobahnDas ist gut. Der Nachschub ist gesichert. Sage noch einer, es gäbe keine guten Nachrichten. War übrigens schon die Zweite heute. Wenn jetzt noch die Werkstatt anrufen würde…

Sprit-Entlastung

Im Manager-Magazin steht ein interessanter Artikel über die voraussichtliche Entwicklung der Treibstoffpreise. Autor Matthias Kaufmann geht davon aus, dass es bald im Grunde nur noch zwei Preisalternativen gibt: Diesel, der deutlich teurer ist als heute, sowie – mit einem geringen Abstand von acht bis zehn Cent – Super.

MIr wird das dann allerdings wohl eher egal sein.

Gaszentrum08_800Große Dinge werfen ihre Schatten voraus. Gasförmige Schatten.