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Rettungsflug im Hindukusch

Nach etwas, ähm, längerer Auszeit auf Pilotblog.de, dem fliegerischen Teil dieses Blogs, mal wieder ein Video, das ich sehenswert finde. Der offenbar eher semiprivat, aber mit professionellem Anspruch gedrehte und vertonte Clip zeigt einen Rettungseinsatz mit NH90-Helikoptern der Luftwaffe in Afghanistan. Neben dem dramatischen Soundtrack sind es vor allem die Flugaufnahmen über dem atemberaubenden afghanischen Bergpanorama, die im Gedächtnis bleiben.

Forward Air MedEvac nennt sich die Einsatztruppe, die Verletzte schnell aus Kampfzonen ausfliegen soll. Von April 2013 bis August 2014 waren die NH90-Maschinen der Bundeswehr am Hindukusch im Einsatz. Das Videomaterial wurde in dieser Zeit offenbar während einer Übung gedreht. (Was für ein faszinierend schönes Land Afghanistan ist. Ob man je wieder als Tourist hinfahren können wird?) Die offizielle Darstellung eines solchen Einsatzes – ausführlich kommentiert, aber um Längen weniger spannend – findet sich hier auf dem Youtube-Kanal der Bundeswehr.

Nennt mich unsachlich, nennt mich Spielkind: Nach meiner bescheidenen Meinung gibt es auf diesem Planeten kaum etwas Cooleres, als Helikopter zu pilotieren (an dieser Stelle eine Verbeugung zu meiner Freundin Sabine, die es zum CHPL gebracht hat, also zur Berufshelikopterpilotenlizenz). Verglichen mit dem permanenten dreiarmigen Meistern von Pitch, Nick, Roll und Gier ist die Flächenfliegerei ja fast so simpel wie das Werfen von Papierflugzeugen.

[via Thomas Wiegold, Augen Geradeaus!]

Mein Date mit einem Eimer Eiswasser

Jetzt hat sie mich also auch erwischt, die Ice Bucket Challenge. Von der eigenen Schwester ins eiskalte Wasser geworfen, sozusagen.

(Sorry für den schlechten Ton.)

Weil die ALS-Forschung im Moment gerade nicht unter Unterfinanzierung leidet, geht meine Spende an den Verein Solwodi Deutschland e.V. / Solidarity with Women in Distress, der Frauen unterstützt, die von Menschenhandel, Zwangsprostitution, Beziehungs- und sonstiger Gewalt bedroht sind.

Take-off Stall

An der US-Luftwaffenbasis Bagram in Afghanistan ist am Montag eine Boeing 747-400 unmittelbar nach dem Start abgestürzt. Ein zufällig entstandenes, ziemlich spektakuläres Amateurvideo zeigt die Maschine, die im Steigflug abkippt, auf den Boden schlägt und in einem Feuerball aufgeht.

Keines der sieben Besatzungsmitglieder überlebte das Unglück. Mehr Informationen zum Absturz gibt es auf der Webseite des Aviation Herald. Demnach hatte die Maschine fünf Militärfahrzeuge an Bord. Angeblich soll der Kapitän verrutschte Ladung gemeldet haben. Einen militärischen Angriff schlossen die US-Behörden denn auch aus, auch wenn die Taliban einen „Abschuss“ der Maschine vermeldeten. Das Video zeigt indes auch keine Spuren etwa einer explodierenden Rakete – Ursache scheint ein klassischer Strömungsabriss im Steigflug gewesen zu sein.

Laut Avherald handelte es sich um die N949CA der National Air Cargo, also eine zivile Frachtmaschine, die im Auftrag des US Mobility Command flog. Über die Google-Bildersuche finden sich viele Fotos der Maschine in ihrer auffälligen, silber-blauen Lackierung.

Letzte Fahrt

Nun also hat die Welt Abschied genommen vom „Geliebten Führer“ Nordkoreas, Kim Jong-Il. Und während die Analysten und Kommentatoren der politischen Landschaft noch spekulieren, wie sich die Lage auf der geteilten koreanischen Halbinsel weiter entwickeln wird, können wir Autoliebhaber uns entspannt zurücklehnen – unsere brennendste Frage ist nämlich beantwortet.

Es sind keine alten russischen Zils oder Tschaikas, die den Sarg des Diktators, ein riesiges Porträt sowie einen meterhohen Kranz in der gigantischen Trauerzeremonie durch die verschneiten Straßen von Pyöngyang fahren, flankiert von Geländewagen, die wir Sternenkundler natürlich sofort als G-Modelle von Mercedes erkennen.

Die New York Times hat das Rätsel gelüftet (beziehungsweise über die Blogger berichtet, die es getan haben). Die drei wuchtigen Schlitten mit den kantigen Linien und dem typischen Chromzierrat der 70-er Jahre sind: Lincoln Continentals, wohl von 1975 oder 76. Ausgerechnet Limousinen des meistgehassten Feindes durften das Staatsoberhaupt des letzten stalinistischen Landes der Welt zu Grabe fahren?

Das sei so erstaunlich nicht, zitiert die NYT die Korea-Expertin Kongdan Oh. Die drei makellos gepflegten Dickschiffe waren bereits 1994 bei der Beerdigung von Kim Jong-Ils Vater Kim Il-Sung dabei. Und auf nichts legt das Regime derzeit so viel Wert wie auf einen geräuschlosen Übergang der Macht auf den Enkel, Kim Jong-Un. Kontinuität geht da über alles. Und wir dürfen sicher sein, dass die Kommentatoren im nordkoreanischen Staatsfernsehen ihr Publikum auf diesen bizarren Nebenaspekt nicht aufmerksam gemacht haben. Außerdem, so Kongdan Oh, lebten die Nordkoreaner ohnehin weitgehend ein Siebziger-Jahre-Leben.

Der Rest der Begräbniskolonne war, aus automobiler Sicht, mal wieder eine Stuttgarter Leistungsschau der vergangenen vier Jahrzehnte. Von den trotz Schneegestöbers offenen militärischen G-Klassen über einen Schwarm moderner S-Klassen bis zu den bei nordkoreanischen Offiziellen immer noch so beliebten W123ern fuhr alles im Tross mit, was totalitäre Regimes seit eh und je an deutscher Wertarbeit so schätzen. Wie gesagt: Man legt halt Wert auf Kontinuität.

Wer mag, kann sich hier ein fast sieben Minuten langes Video der Prozession ansehen, schauerlich untermalt vom Heulen der Massen am Straßenrand.