Flic Flac – „Farblos“

Beim Zirkus Flic Flac ist das Fotografieren ausdrücklich erlaubt – vorausgesetzt, man veröffentlicht die Bilder im Internet, wie es mal im Programm stand. Und es lohnt sich, die Kamera mitznehmen!

Ich weiß nicht, warum die aktuelle Show „Farblos“ heißt, denn eigentlich geht es im Programm durchaus bunt zu, wie man sieht. Egal. Spaß macht es.

Begleiten durfte mich das Vario-Sonnar 3.3-4 28-85 von Carl Zeiss für Contax/Yashica. Weitwinklig war es super, aber für die Aufnahmen der Artisten hätte ich mir doch etwas Längeres gewünscht. Das Canon FD 3.5 35-105, das 2016 im Einsatz war, war die bessere Wahl.

Hansemann

Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Flektgon 2.8 35 Exakta
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Flektgon 2.8 35 Exakta

David Justus Ludwig Hansemann (* 12. Juli 1790, † 4. August 1864) war Kaufmann und Bankier. Ausgehend vom Wollhandel förderte er den Eisenbahnbau und gründete Versicherungen und Banken, darunter mit der Disconto-Gesellschaft eines der wichtigsten deutschen Kreditinstitute im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Hansemann war einer der bekanntesten liberalen Politiker in der preußischen Rheinprovinz. 1848 war er als Finanzminister einer der führenden Politiker der preußischen Märzregierungen.

Hansemann gründete verschiedene Unternehmen in Aachen, darunter 1824 die gemeinnützige Aachener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft. Die Hälfte des jährlichen Gewinns der Versicherung wurde durch den von ihm 1834 gegründeten Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit für soziale Zwecke verwendet. Unterstützt wurden über vereinseigene Spar- und Prämienkassen vor allem Kindergärten und Schulen, Selbsthilfeorganisationen für Bedürftige sowie die Gründung von Waisenhäusern und der soziale Wohnungsbau. Diese Einrichtungen gehörten zu den ersten konkreten Umsetzungen bürgerlicher Sozialreformgedanken überhaupt.

Nach seinem Tod wurde 1884 der Aachener Kölntorplatz in Hansemannplatz umbenannt. Am 30. September 1888 wurde dort ein vom Bildhauer Heinz Hoffmeister errichtetes David-Hansemann-Denkmal eingeweiht, das bis heute erhalten ist.

Nach: Wikipedia

Gang durchs Viertel: Eine Ahnung von Abschied

Seit 2014 wohne ich wieder in meinem so gemochten Aachener Ostviertel und das so gern wie eh und je. Aber als ich heute Abend noch mal den Adalbertsteinweg herunterbummelte, überkam mich erstmals diese süße Melancholie, die ein nahender Abschied mit sich bringt – wenn man sich ihr denn hingeben mag.

Denn leider, leider: alles ist vergänglich. Das Ende meiner Zeit hier ist absehbar. Folgt ihr mir noch einmal auf einem Gang durch mein Viertelchen?

Begonnen haben wir – passend für ein Blog, das 2007 mit der Restaurierungsgeschichte meines alten Mercedes begann – mit einem alten Mercedes. Und zwar am Steffensplatz, der dem Quartier (so sagt man heute, wenn einem „Viertel“ zu altmodisch geworden ist) seinen Namen gegeben hat: Steffensviertel sagt man nämlich ganz korrekt für die Gegend südlich des Adalbertsteinwegs und östlich der Wilhelmstraße. Nur, dass niemand so sagt. Für die Vermieter in den Wohnungsanzeigen ist alles zwischen Kaiserplatz und Kornelimünster selbstverständlich: Frankenberger Viertel.

Und wo wir gerade beim Thema Abschied sind: Der Kaiser’s war jahrelang der geschätzte kleine Nahversorger vor Ort, der auch um 21.55 Uhr noch fußläufig erreichbaren Briekäse hatte, wenn man welchen brauchte. Vorbei, vorbei, die ganze Kette ist inzwischen Geschichte. Das Marktsegment haben sich der neue Penny am Adalbertsteinweg und die diversen Spätis aufgeteilt, die auch um 23.55 noch Sucuk im Kühlschrank haben, wenn man welche braucht (heute Abend war sie allerdings ausverkauft, als ich danach fragte).

Tapfer hält sich dagegen das Chinarestaurant in seiner sicher nicht ganz einfachen Lage in der Augustastraße.

Trotz der traditionell drängenden Parkplatznot im Viertel: Im Parkhaus habe ich denn doch nie parken müssen, auch wenn es einen Nachttarif gibt.

Wenn es nachts statt Brie oder Sucuk lieber Nissin-Nudelsuppe oder ein Liter Milch sein darf: bekommt man alles beim Inder um die Ecke.

Impressionen aus dem Viertel.

Am Pastorplatz schließlich steht man schließlich vor einem ebenso unscheinbaren wie berührenden Stück deutscher Geschichte: dem Stolperstein für Anne Frank, ihre Schwester Margot und ihre Mutter Edith. Hier lebten sie 1933 bis zu ihrer Emigration nach Amsterdam. In Zeiten, in denen Stimmen laut werden, man solle doch auf Hitlers Wehrmacht wieder stolz sein dürfen und sich Sprache und Denkweise der NS-Zeit wieder bis in den Bundestag ausgebreitet haben, erinnern die drei schimmernden Metallblöcke uns daran, wohin Menschenhass und bis in letzte Konsequenz ausgelebter Ausgrenzungswahn führen.

Ein paar Schritte weiter in der Kongressstraße: ein anderes Stück Geschichte. Ein zum Mehrfamilienhaus umgebauter früherer Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Und dann stehen wir wieder da, wo wir begonnen haben: Am Adalbertsteinweg, der Schlagader des Ostviertels.

Auch wenn ich denn doch nicht mit dem Frankenberger Viertel verschmolz und jeden Sonntag Zeitung lesend einen Morgenespresso in der Brasserie Aix schlürfte, wie ich es mir ursprünglich ausgemalt hatte: Es wird mir sehr schwer fallen, hier wegzugehen. Eine bunte, lebenswerte, multikulturelle Welt ist das hier.

Doch das Bessere ist ja stets des Guten Feind, wie man so schön plattitüdert. Und im Kampf zwischen der Wehmut des Abschieds von Liebgewordenem und der Vorfreude auf Neues hat inzwischen die Vorfreude die Oberhand gewonnen. Bleibt am Ball, auch in meiner künftigen Heimat – allzuweit weg ist sie auch nicht – gibt es Spannendes zu entdecken. Und natürlich lohnende Fotomotive.

(Und noch der übliche Hinweis für Fotofreunde und Altglas-Freaks: Begleitet hat mich auf der Tour das Planar 1.4 50 HFT von Rollei. Einzigartig scharf und bei Offenblende ohne störende Überstrahlungen und Grauschleier. Es neigt allerdings zu ausgeprägten Halos bei direktem Lichteinfall, etwa durch Straßenlaternen oder Autoscheinwerfer.)

Urlaubsbilder

Sony A7II mit Pentacon 2.8 29, 30s, ISO 100
Sony A7II mit Pentacon 2.8 29, 30s, ISO 100
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Biotar 2 58
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Biotar 2 58
Sony A7II mit Pentacon 2.8 29
Sony A7II mit Pentacon 2.8 29
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Sonnar 4 135, 1/1000s, ISO 320
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Sonnar 4 135, 1/1000s, ISO 320
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Sonnar 4 135
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Sonnar 4 135
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Sonnar 4 135
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Sonnar 4 135
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Biotar 2 58
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Biotar 2 58
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Flektogon 2.8 35, 5s, ISO 50
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Flektogon 2.8 35, 5s, ISO 50
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Sonnar 4 135
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Sonnar 4 135
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Biotar 2 58
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Biotar 2 58

Brügge. Domburg. Hamburg.

Hochbetrieb

Sony A7II mit Pentacon 3.5 30, 2 Min., F22, ISO 50
Sony A7II mit Pentacon 3.5 30, 2 Min., F22, ISO 50

Aachen, Gaststätte „Postwagen“ am Rathaus, Blick auf Krämerstraße und Dom.

Erkenntnis des Tages: Wenn man nur lange genug belichtet, leert sich selbst Aachens belebteste Ecke in einer lauen Sommernacht irgendwann.

Nachts im Venn

Sony A7 II mit Meyer Optik Primagon 4.5 35, F8, 2s, ISO 400
Sony A7 II mit Meyer Optik Primagon 4.5 35, F8, 2s, ISO 400

Zuerst hatte ich mich noch geärgert, dass ich die Blaue Stunde verpasst hatte. Eine gute halbe Stunde danach war ich froh für die Gelegenheit, das Venn – wieder einmal – ganz neu erleben zu können.

Rail Movie

Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 28-85
Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 28-85

Ein paar Deppen tappern hinter Köln über Eisenbahnschienen, ein ICE wird umgeleitet, ein Anschlusszug nicht bekommen, zwei Reisende nach Österreich stranden in München. Immerhin komfortabel dank Hotelgutschein der Bahn (dafür ein dickes Danke!).

Das Road Movie, äh, Rail Movie endet mit einer Sonnenuntergangszene im Abspann.

Pflichtaufgabe

Hohenzollernbrücke. Sony A7 II mit Carl Zeiss Jena Prakticar 1.4 50 II, ca. F11, 72s, ISO 100
Hohenzollernbrücke. Sony A7 II mit Carl Zeiss Jena Prakticar 1.4 50 II, ca. F11, 72s, ISO 100

Hilft ja nix. Wenn man schon mal in Köln ist, kann man auch gleich seine fotografischen Hausaufgaben machen. Gibt es irgendjemanden mit einer Spiegelreflex oder Systemkamera, der sich gegen 22 Uhr auf dieser Terrase noch nicht den Hintern abgefroren hat? Been there, done that.

Aber schee isses scho, gell?