Flic Flac – „Farblos“

Beim Zirkus Flic Flac ist das Fotografieren ausdrücklich erlaubt – vorausgesetzt, man veröffentlicht die Bilder im Internet, wie es mal im Programm stand. Und es lohnt sich, die Kamera mitznehmen!

Ich weiß nicht, warum die aktuelle Show „Farblos“ heißt, denn eigentlich geht es im Programm durchaus bunt zu, wie man sieht. Egal. Spaß macht es.

Begleiten durfte mich das Vario-Sonnar 3.3-4 28-85 von Carl Zeiss für Contax/Yashica. Weitwinklig war es super, aber für die Aufnahmen der Artisten hätte ich mir doch etwas Längeres gewünscht. Das Canon FD 3.5 35-105, das 2016 im Einsatz war, war die bessere Wahl.

An der Vicht

Sony A7II mit Isco Westromat 1.9 50, F16
Sony A7II mit Isco Westromat 1.9 50, F16

Blick auf die Vicht in Stolberg.

Mit dem Isco Göttingen Edixa-Westromat 1.9 50, einem Klon des Schneider Kreuznach Xenon 1.9 50.

Moorbraun in Ornbau 2018

Schaufensterbummel

Moorbraun in Ornbau, endlich mal wieder. Zum fünften Mal seit 2008 war ich in diesem Jahr wieder beim Jahrestreffen des Vereins der Heckflossenfreunde im fränkischen Ornbau. Mein erstes seit 2013 (hier geht es zu den älteren Berichten) und mein erstes, nachdem der Moorbraune anderthalb Jahre lang in der Werkstatt verschwunden war.

Servicefahrzeug

Dieselcoupé

Wie hatte ich es vermisst. Das Schlafen auf dem Campingplatz, das Duschen in der Sporthalle, das Buffet im Tennisheim mit den herzlichen Helfern und den schinkenumwickelten Honigmelonenschnitzen.

Lebensfreude

Dorfidylle.

Wie hatte ich es vermisst. Die Aufkleber auf Strichachter-Kofferraumdeckeln, an 111er-Heckfenstern, an 123er-Frontscheiben. Die T-Shirts mit den Schrauberwitzen. Den alten und neuen Humor der Sterngemeinde.

Prachtkarosse

Abendlicht

Utensil

Wie hatte ich es vermisst. Das Bummeln über den Acker mit all den Heckflossen, Pontons, SLs und 124ern. Das Fachsimpeln. Das Farbenraten („Weizengelb?“ – „Ahorn!“). Das Wühlen in Flohmarktkästen voller Kippschalter (ich habe einen ganz neuen Umluftschalter gefunden dieses Jahr!).

Sehen und gesehen werden

Olddaimler

Armaturenprunk

Was die Tochter mag

Wie habe ich es vermisst, mit dem Moorbraunen am Freitag vor Pfingsten über die prallvolle A61 zu dieseln. Am Technikmuseum Sinsheim die Tupolev 144 und die Concorde zu erspähen.

Teilejäger

Bonner Stern und Zirkuszelt

Der erste mit ABS

Silostorch

Camping

Altmetall

Jetzt war alles wie früher. Und doch ganz anders. Es war kein klassisches Pfingsttreffen in diesem Jahr mit vollem Programm, Workshops, Aktionen und Auktionen, Fressbudengasse und Teilemärkten. Es war ein OpenVdH, also ein eher zwangloses Treffen mit reduziertem Programm. Und es war schön: Man hatte Zeit, es drängte kein Programmpunkt, die Leute waren entspannt.

Rostflosse

Modellauto

Wackelachter

S-Leiche

Aufklebersammlung

Mercedestherapie

Tourenwagen

Langer Ungar

Diesellegalität

Allen Organisatoren und Mitwirkenden an dieser Stelle ein warmes „habt Dank“ für das wieder einmal unvergleichliche Erlebnis. Sollten auf meinen Fotos Menschen zu sehen sein, die das nicht wünschen, bitte ich um Nachricht in den Kommentaren. Und um Entschuldigung.

Sternenlicht

Ja, wenn.

Und zum Schluss noch der Hinweis für Altglasfreunde: Begleiten durften mich erstmals bei einem „großen Einsatz“ das Xenon 1.9 50, das Curtagon 4 28 und das Xenar 3.5 135 aus dem Hause Schneider Kreuznach (passenderweise führte der Weg nach Ornbau an dieser Stadt vorbei). Die westdeutschen Luxusprodukte aus den späten 1950er Jahren mit ihrer irren mechanischen Schärfentiefe-Skala haben nicht enttäuscht. Vor allem das Xenar gefiel mir durch seine eindringliche Bildwirkung, zu sehen etwa bei der „Rostflosse“.

#SchönsterWegZurArbeitAllerZeiten

Sony A7II mit Schneider Kreuznach Curtagon 2.8 35
Sony A7II mit Schneider Kreuznach Curtagon 2.8 35

Unglaublich, wie euphorisierend es sein kann, mit eigener Muskeln Kraft durch Felder und Wälder zur Arbeit und zurück zu radeln. Heute bin ich zum ersten Mal die etwas über zwölf Kilometer vom Donnerberg nach Rothe Erde gestrampelt. Der Weg ist ein Traum – hätte ich geahnt, wie schön es ist, hätte ich es schon früher probiert.

(Das Foto entstand heute Abend südöstlich von Eilendorf. Und das ganz hinten ist der Lousberg.)

Lesemann

Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Biotar 1.5 75
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Biotar 1.5 75

Meine Lieblingsfigur am Aachener Dom (und nicht nur meine).

Hansemann

Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Flektgon 2.8 35 Exakta
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Flektgon 2.8 35 Exakta

David Justus Ludwig Hansemann (* 12. Juli 1790, † 4. August 1864) war Kaufmann und Bankier. Ausgehend vom Wollhandel förderte er den Eisenbahnbau und gründete Versicherungen und Banken, darunter mit der Disconto-Gesellschaft eines der wichtigsten deutschen Kreditinstitute im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Hansemann war einer der bekanntesten liberalen Politiker in der preußischen Rheinprovinz. 1848 war er als Finanzminister einer der führenden Politiker der preußischen Märzregierungen.

Hansemann gründete verschiedene Unternehmen in Aachen, darunter 1824 die gemeinnützige Aachener Feuer-Versicherungs-Gesellschaft. Die Hälfte des jährlichen Gewinns der Versicherung wurde durch den von ihm 1834 gegründeten Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit für soziale Zwecke verwendet. Unterstützt wurden über vereinseigene Spar- und Prämienkassen vor allem Kindergärten und Schulen, Selbsthilfeorganisationen für Bedürftige sowie die Gründung von Waisenhäusern und der soziale Wohnungsbau. Diese Einrichtungen gehörten zu den ersten konkreten Umsetzungen bürgerlicher Sozialreformgedanken überhaupt.

Nach seinem Tod wurde 1884 der Aachener Kölntorplatz in Hansemannplatz umbenannt. Am 30. September 1888 wurde dort ein vom Bildhauer Heinz Hoffmeister errichtetes David-Hansemann-Denkmal eingeweiht, das bis heute erhalten ist.

Nach: Wikipedia

Gang durchs Viertel: Eine Ahnung von Abschied

Seit 2014 wohne ich wieder in meinem so gemochten Aachener Ostviertel und das so gern wie eh und je. Aber als ich heute Abend noch mal den Adalbertsteinweg herunterbummelte, überkam mich erstmals diese süße Melancholie, die ein nahender Abschied mit sich bringt – wenn man sich ihr denn hingeben mag.

Denn leider, leider: alles ist vergänglich. Das Ende meiner Zeit hier ist absehbar. Folgt ihr mir noch einmal auf einem Gang durch mein Viertelchen?

Begonnen haben wir – passend für ein Blog, das 2007 mit der Restaurierungsgeschichte meines alten Mercedes begann – mit einem alten Mercedes. Und zwar am Steffensplatz, der dem Quartier (so sagt man heute, wenn einem „Viertel“ zu altmodisch geworden ist) seinen Namen gegeben hat: Steffensviertel sagt man nämlich ganz korrekt für die Gegend südlich des Adalbertsteinwegs und östlich der Wilhelmstraße. Nur, dass niemand so sagt. Für die Vermieter in den Wohnungsanzeigen ist alles zwischen Kaiserplatz und Kornelimünster selbstverständlich: Frankenberger Viertel.

Und wo wir gerade beim Thema Abschied sind: Der Kaiser’s war jahrelang der geschätzte kleine Nahversorger vor Ort, der auch um 21.55 Uhr noch fußläufig erreichbaren Briekäse hatte, wenn man welchen brauchte. Vorbei, vorbei, die ganze Kette ist inzwischen Geschichte. Das Marktsegment haben sich der neue Penny am Adalbertsteinweg und die diversen Spätis aufgeteilt, die auch um 23.55 noch Sucuk im Kühlschrank haben, wenn man welche braucht (heute Abend war sie allerdings ausverkauft, als ich danach fragte).

Tapfer hält sich dagegen das Chinarestaurant in seiner sicher nicht ganz einfachen Lage in der Augustastraße.

Trotz der traditionell drängenden Parkplatznot im Viertel: Im Parkhaus habe ich denn doch nie parken müssen, auch wenn es einen Nachttarif gibt.

Wenn es nachts statt Brie oder Sucuk lieber Nissin-Nudelsuppe oder ein Liter Milch sein darf: bekommt man alles beim Inder um die Ecke.

Impressionen aus dem Viertel.

Am Pastorplatz schließlich steht man schließlich vor einem ebenso unscheinbaren wie berührenden Stück deutscher Geschichte: dem Stolperstein für Anne Frank, ihre Schwester Margot und ihre Mutter Edith. Hier lebten sie 1933 bis zu ihrer Emigration nach Amsterdam. In Zeiten, in denen Stimmen laut werden, man solle doch auf Hitlers Wehrmacht wieder stolz sein dürfen und sich Sprache und Denkweise der NS-Zeit wieder bis in den Bundestag ausgebreitet haben, erinnern die drei schimmernden Metallblöcke uns daran, wohin Menschenhass und bis in letzte Konsequenz ausgelebter Ausgrenzungswahn führen.

Ein paar Schritte weiter in der Kongressstraße: ein anderes Stück Geschichte. Ein zum Mehrfamilienhaus umgebauter früherer Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Und dann stehen wir wieder da, wo wir begonnen haben: Am Adalbertsteinweg, der Schlagader des Ostviertels.

Auch wenn ich denn doch nicht mit dem Frankenberger Viertel verschmolz und jeden Sonntag Zeitung lesend einen Morgenespresso in der Brasserie Aix schlürfte, wie ich es mir ursprünglich ausgemalt hatte: Es wird mir sehr schwer fallen, hier wegzugehen. Eine bunte, lebenswerte, multikulturelle Welt ist das hier.

Doch das Bessere ist ja stets des Guten Feind, wie man so schön plattitüdert. Und im Kampf zwischen der Wehmut des Abschieds von Liebgewordenem und der Vorfreude auf Neues hat inzwischen die Vorfreude die Oberhand gewonnen. Bleibt am Ball, auch in meiner künftigen Heimat – allzuweit weg ist sie auch nicht – gibt es Spannendes zu entdecken. Und natürlich lohnende Fotomotive.

(Und noch der übliche Hinweis für Fotofreunde und Altglas-Freaks: Begleitet hat mich auf der Tour das Planar 1.4 50 HFT von Rollei. Einzigartig scharf und bei Offenblende ohne störende Überstrahlungen und Grauschleier. Es neigt allerdings zu ausgeprägten Halos bei direktem Lichteinfall, etwa durch Straßenlaternen oder Autoscheinwerfer.)

Osterbesuch

Kurzer Osterurlaub in den französischen Ardennen. Die Fotos und Namen auf den emaillierten Plaketten, die am Ehrenmal vor der Dorfkirche in Warnécourt an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnern, sind längst verblasst. Aber immer noch rufen sie ins Gedächtnis, was für ein Wunder das vereinte Europa ist – nach den Millionen Toten der beiden Weltkriege und Jahrhunderten von vererbter Feindschaft.

Wenn man heute als deutscher Tourist an den Sandsteinfassaden in der Fußgängerzone der hübschen Kleinstadt Charleville-Mézières an der Maas entlangbummelt, darf man sich gerne noch einmal ins Gedächtnis rufen, dass so etwas noch für die eigenen Großeltern undenkbar gewesen wäre. Dass ein freies und freundliches Europa alles andere als selbstverständlich ist. Dass wir nicht aufhören dürfen, dafür einzustehen, es zu leben und weiterzuentwickeln. Weil es im Moment von denselben Kräften bedroht wird, die es vor ein paar Jahrzehnten fast einmal vernichtet hätten.

Das war es auch schon mit der Osterpredigt. Danke für euer Verständnis.