Neues aus der Welt des Dosenfleischs (3)

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Eine der größten Leistungen des menschlichen Intellekts ist es, aus Vorhandenem und Bekannten etwas Neues und Aufregendes zu schaffen. Das ist es, was uns von Tieren unterscheidet: die Kreativität, uns selber ständig überraschen zu können. Nehmen wir zum Beispiel… äh, ja: Nehmen wir mich.

Mir geht nämlich seit Tagen der gute alte Schlager „Volare“ durch den Kopf. (Doch, den kennen Sie. Klicken Sie bitte auf die Version der Gipsy Kings als Karaoke, damit Sie wissen, was ich meine.) Und das kam so.

Es war am Donnerstag vergangener Woche. Kurz nach 10 Uhr. Den Rechner hochgefahren und den morgendlichen vormittäglichen Blick in die Mailbox geworfen. Dann Einen in den Spam-Ordner.

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Über die kurzen Momente der Heiterkeit, die dieser Seitenaufruf erzeugen kann, habe ich mich ja schon ausgelassen. Diesmal war keine Mail von Agathe Bauer drin. Nein, jetzt schlug das Spam-Imperium zurück, grausam und unbarmherzig.

In Form von…

Gintare-Mail_800

Es ist ja bekannt, dass die fingierten Absendernamen der Mails aus irgendwelchen Adressdatenbanken zusammengewürfelt werden. Dabei kommt es zu den abstrusesten Kombinationen. Wie etwa der litauische Vorname Gintare vor dem urdeutschen Klawitter. Klawitter, so wie der Kli-Kla-Klawitter-Bus aus dem Fernsehen (Sie merken, ich bin ein Kind der Siebziger). Auch in den MAD-Heften meiner Teenagertage hießen die Leute ständig Gertrude Klawitter, Horst Feinbein oder Udo Fröhn.

Kein Wunder also, dass ich diesen Namen seit fast einer Woche nicht mehr los werde. Sie, lieber Leser, von jetzt an übrigens auch nicht. Warum soll es Ihnen auch besser gehen als mir? Also nochmal, damit es sich in Ihre Netzhäute genauso einbrennt wie in meine:

Gintare_800

Und was hat das jetzt mit „Volare“ zu tun, das ich seit fast einer Woche ständig vor mich hin summe? Das unbekannte Wesen, das menschliche Hirn, mein menschliches Hirn, hat es fertiggebracht, den Namen Gintare mit dem Geklimpere des Gipsy-King-Hits zu verbinden. Gin-taa-re, ooo-oooh. Wenn das mal nicht die wirklich, wirklich kreative Kombination des Tages war. Mensch schlägt Maschine. Irgendwie beruhigend. Mal sehen, was ich morgen im Spam-Ordner habe.

Tagesbester

Bin ich ein reaktionäres Schwein, wenn ich finde, dass für knappe 180 Stundenkilometer innerorts 375 Euro Strafe nicht übermäßig viel sind? Vor ein paar Stunden in Jülich passiert:

33-Jähriger rast mit 177 km/h durch die Ortschaft

In Norwegen hätten sie ihn für sowas wahrscheinlich in den nächsten Fjord geworfen. Und womit? Mit Recht.

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Wo wir grad schon bei Nachrichten sind – hier noch ein paar Meldungen aus der Region:

Neues von der Dauerbaustelle A4-Eschweiler: Gewitter zerstört 50 Meter Autobahn – Fünf Zentimeter Regen in Monschau. Das Gewitter vom Samstag firmiert inzwischen unter „Jahrhundertregen„.

Auf der Trierer Straße in Aachen (direkt bei mir um die Ecke) musste ein Bus vollbremsen, weil eine Autofahrerin ihm die Vorfahrt nahm. Ein 82-jähriger Gast starb dabei. Jetzt ermittelt die Polizei gegen die Frau wegen Unfallflucht.

Und in Kaarst hat ein 70-Jähriger zusehen müssen, wie ein Zug sein neues 40.000-Euro-Auto zu Klump fuhr. Der Wagen war unter der Schranke durchgerollt. Bitter: Der Mann war auf dem Weg zum Verkehrstraining.

Selbes Motiv, anderer Standpunkt

Noch ein Nachklapp zur Norwegenreise: Ryan, den ich in der Preikestolenhytta kennengelernt habe, hat die Fotos seiner Reise ins Netz gestellt.

Ryans-Preikestolen_1

Seine Ansichten von Lysefjord (hinten) und Preikestolen (vorne) sind schlicht grandios.

Ryans-Preikestolen_2

Er war so nett mir zu erlauben, diese Bilder hier ins Moorblog zu stellen. Danke dafür!

Mir selber sind ja mitten auf der Klippe die Batterien verreckt. Dass ich keine Ersatzakkus dabei habe, passiert mir sonst eher selten – ausgerechnet diesmal schon. War wirklich ausgesprochen ärgerlich.

Noch ein Tipp: Richtig schön genießen kann man Ryans Bilder, wenn man auf den Button „Diavorschau“ über der Galerie klickt.

Ryans-Marc-Max-Laurie

Der Abend davor: Marc mit Max Smekker auf Mückenjagd. Der alte Smart-Werbespruch „Reduce to the Max“ kriegt eine ganz neue Bedeutung, wenn das stechende Gefleuch mit lautem Knall von Max elektrokutiert wird.

Alle drei Fotos: Ryan Creighton

Auf dem Präsentierteller

Öfter mal was Neues. Die Hornet der FVA kriegt eine Nachprüfung.

Hornet Kompassjustierung

Fast eine Stunde lang drehen wir den Vogel auf der Asphaltrose, um den Kompass zu eichen. Am Ende stimmen die Werte halbwegs – doch die Kugel hat zuwenig Alkohol. Also muss in der Werkstatt das ganze Armaturenbrett zerlegt werden, damit wir an das Gehäuse kommen. Die Zahl der GPS-Mäuse, die dabei zum Vorschein kommt, ist beachtlich.

Man beachte den schönen alten Spruch auf dem Hangar im Hintergrund: There are many old pilots, there are many bold pilots, but there are very few old bold pilots.

Sprachlich gecrasht

Denglisch, diese allgegenwärtigen Sprachbastarde aus deutscher Denke und englischem Übersetzungsfehler, sind ja eher ein Ärgernis. Manchmal möchte man aber den Verursacher eines solchen Zwitters einfach nur knuddeln, weil er es einfach nicht besser konnte. So wie vorhin auf dem Supermarktparkplatz in Würselen.

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Ich weiß nicht genau, was sie mit dem armen VW Polo vorhaben. Aber ich bin sicher, es macht ordentlich Crach.

Ein Benz fliegt durch die Nacht –

Ein rechtes Bein ist durchgedrückt.
Ein Gaspedal berührt den Boden.
Die gelbe Nadel steht auf 160.

Das Scheinwerferlicht
frisst in rasender Jagd die linke Spur.
Vorbei am Güterzug rechts.
Laster an Laster,
doch die Bahn ist frei.

Ein Benz fliegt durch die Nacht –

Die Gedanken eilen dem Licht voraus:
vier Stunden nach Norden.
Die Nachrichten schlecht.
Die Ärzte besorgt.

Was scheppert im Auspuff?
Anhalten, nachschauen?
Nein, brummt der Diesel.
Ich bringe dich hin.

Weit wird das Land,
das Ziel rückt näher.
Kilometer um Kilometer.

Nebel über dem Asphalt.
Die Hand greift zum Schalter.
Verdoppelt der Lichtstrahl;
nur weiter, nur weiter.
Gleich da!

Tags drauf –

Ein Benz fährt durch die Nacht.
Das Radio spielt leise Musik.
Die Gedanken des Fahrers schweifen zurück.
Alles sieht gut aus.
Der Patient scherzt wieder.
Die Sorgen verflogen.

Bergiger schon das Land.
Das Zuhause kommt näher.
Kilometer um Kilometer.

Es scheppert im Auspuff.
Egal, brummt der Diesel.
Ich bring dich zurück.

„Risikofreudig“

Schwerer Unfall bei Porta. Eine Mooney ist beim Anflug auf Vennebeck abgestürzt. Die Maschine kollidierte mit dem Kamm des Wiehengebirges. Beide Insassen sind tot. Angeblich herrschten zum Unfallzeitpunkt keine VFR-Bedingungen.

Der Vlothoer Anzeiger berichtet ausführlich. Die Fotogalerie im Mindener Tageblatt ist allerdings gruselig. Ein Video gibt es auch.

Überrascht hat mich die Aussage im Text, der Pilot, ein 70-jähriger HNO-Arzt aus Stade, sei als „risikofreudig“ bekannt gewesen. Haben da vielleicht einige Vereinskollegen etwas zu offen geplaudert?

Update am 19.8.: Jetzt steht wohl offiziell fest, dass es ein Pilotenfehler war. Das Mindener Tageblatt titelt: „Pilot laut Polizei waghalsig unterwegs“.

Erinnerungen

Am Samstag mit der Suzuki durch die Stadt gestromert, nachdem ich vorher die Zündkerzen gereinigt habe (Ergebnis: immer noch verrußt). Upps, Tank war fast leer. Also die nächstbeste freie Tanke angesteuert.

Wann habe ich zum letzten Mal gedacht „hey, ist der Sprit grad billig! So ein Glück“? Muss lange her sein*.

Und jetzt wieder dieses süße Gefühl. 1,449 hat’s nur gekostet. Auch das ist schon etwas länger her. Mitte der Woche kostete der Liter Benzin an der von mir so geschätzten Shell-Tanke an der Stolberger Straße noch 1,589. 14 Cent Preissturz in drei Tagen, wer hätte das gedacht.

* Kein Wunder: Meine Kontakte mit Tankstellen werden immer seltener. Seit Frühjahr 2005 läuft der Benz auf Pflanzenöl, seit Herbst 2007 auch der Golf auf Alternativkraftstoffen, erst Bioethanol, dann Autogas. Wenn das Motorrad nicht wäre, wüsste ich bestimmt schon nicht mal mehr, wieviel Oktan Normalbenzin hat.