Schlagwort-Archive: Nachtfotografie

Jülicher Straße

Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Sonnar 2.8 200, ca. F11, 105s, ISO 200
Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Sonnar 2.8 200, ca. F11, 105s, ISO 200

Wenn man schon mal da oben ist, kann man gleich auch mal das Stadtinnere ablichten. Im wahrsten Sinne des Wortes.

(Vorne quer durchs Bild die Jülicher Straße mit den Talbot-Werken. Dahinter der Stadtkern mit Dom, St. Foillan (eingerüstet) und Rathaus. Hinten rechts auf dem Bergkamm gerade noch zu sehen: der belgische Aussichtsturm am Dreiländerpunkt.)

Wenn es Nacht wird an der Waterkant (Medienhafen II)

Sony A7II mit Carl Zeiss Planar 1.4 50, F8, 1/80s, ISO 125
Sony A7II mit Carl Zeiss Planar 1.4 50, F8, 1/80s, ISO 125

Es war die letzte Chance dieses Jahres: Goldene Stunde im Düsseldorfer Medienhafen – mit den letzten Sonnenstrahlen direkt auf die Geary-Gebäude am Kai. Nur zweimal im Jahr bietet sich diese Gelegenheit, zu allen anderen Zeiten ist die untergehende Sonne durch Gebäude verdeckt.

Sony A7II mit Carl Zeiss Planar 1.4 50, F8, 1/80s, ISO 125
Sony A7II mit Carl Zeiss Planar 1.4 50, F8, 1/80s, ISO 125
Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 4 8-200, 1/200s, ISO 1600
Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 4 8-200, 1/200s, ISO 1600

Also, auch wenn der erste Ausflug in den Medienhafen ja gerade erst ein paar Tage her ist, schnell nach Feierabend nochmal auf die Autobahn.

Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 4 80-200, 1/200s, ISO 640
Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 4 80-200, 1/200s, ISO 640
Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 4 8-200, 1/200s, ISO 1600
Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 4 8-200, 1/200s, ISO 1600

Dabei hatte es den ganzen Tag über gar nicht gut ausgesehen: Ein trüber Himmel mit suppigem Licht hielt die Vorfreude klein und die Befürchtung am Leben, dass es nichts werden würde mit der Goldenen oder gar Blauen Stunde.

Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 4 8-200, 1/200s, ISO 400
Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 4 8-200, 1/200s, ISO 400
Sony A7II mit Carl Zeiss Planar 1.4 50, 1/320s, ISO 125
Sony A7II mit Carl Zeiss Planar 1.4 50, 1/320s, ISO 125

Doch nichts ist bekanntlich so unbeständig wie das Wetter. Einmal angekommen und mit den anderen angereisten Fotografen versammelt, konnte das ebenso kleine wie hoffnungsvolle Trüppchen bei einem gemütlichen Altbier in der Meerbar am Kai dem Himmel beim Aufklaren zuschauen.

Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 4 8-200, 1/13s, ISO 160
Sony A7II mit Carl Zeiss Vario-Sonnar 4 8-200, 1/13s, ISO 160
Sony A7II mit Canon FD 2.8 20, F11, 13s, ISO 100
Sony A7II mit Canon FD 2.8 20, F11, 13s, ISO 100

Dann kam sie durch, die Sonne – und die Geary-Gebäude wurden wie gewünscht angestrahlt, siehe die ersten Bilder ganz oben.

Sony A7II mit Carl Zeiss Planar 1.4 50, F8, 20s, ISO 100
Sony A7II mit Carl Zeiss Planar 1.4 50, F8, 20s, ISO 100
Sony A7II mit Canon FD 2.8 20, F11, 30s, ISO 200
Sony A7II mit Canon FD 2.8 20, F11, 30s, ISO 200

Es war nur ein kurzes Vergnügen, nach wenigen Minuten wurde das Licht schon wieder diffus. Unser Grüppchen strolchte noch ein Weile kreuz und quer über die Landzunge am Rheinturm, bis das letzte Licht weg war und es Zeit für den Rückweg nach Aachen.

Sony A7II mit Carl Zeiss Planar 1.4 50, F8, 30s, ISO 200
Sony A7II mit Carl Zeiss Planar 1.4 50, F8, 30s, ISO 200

Das war also: Medienhafen, die Zwote. Es ist wirklich ein interessantes Fleckchen Region hier. Mal sehen, wie es beim dritten Besuch aussieht.

Alt vs. Neu

Der Fischmarkt ist einer meiner Lieblingsorte in Aachen. Auf dem kleinen Platz zwischen Albrecht-Dürer-Stuben, dem historischen Grashaus, dem Blumenladen „Blütezeit“ und natürlich dem Fischpüddelchen-Brunnen ist der Jahrhunderte alte Herzschlag der Stadt besonders spürbar. Vor allem abends, wenn das Licht der Straßenlaternen dem Straßenpflaster und den roten Backsteinen der Ziegelwände einen goldenen Schimmer verleiht und die letzten Nachtschwärmer achtlos über den Platz nach Hause hasten, liegt eine ganz besondere Stimmung über dieser Ecke.

Nicht umsonst habe ich am 18. August vergangenen Jahres, als ich zum ersten Mal mit einer alten manuellen Festbrennweite – einem Minolta MD 1.7/50 – fotografiert hatte und im Thai-Restaurant meinen „Whow-Moment“ wegen der Schärfe, der lebendigen Farben und des traumschönen Hintergrundes erlebte, nach den ersten Bildern von Entenbrust und Cocktailschirmchen auf dem Nachhauseweg genau diese Aachener Ecke abgelichtet. Es war nicht das letzte Mal.

Sony A7II mit Sony FE 2/28, F8, 20s, ISO 50
Sony A7II mit Sony FE 2/28, F8, 20s, ISO 50

Das 28-mm-Weitwinkelobjektiv Sony FE 2/28 ist bislang meine einzige „moderne“ Linse für die A7II. Also eine mit Autofokus, Ultraschallmotor, interner Bildkorrektur, Übertragung von Blenden- und Belichtungsdaten an die Kamera und all dem Pipapo. Und ja, es produziert eine astreine Bildqualität. Gestochen scharf, mit lebendigen Farben. (Phillip Reeve hat ihm auf dem Systemkamera-Blog eine exzellente Leistung bescheinigt.)

Man könnte versucht sein, nach dieser Erfahrung zu sagen: Was so eine High-Tech-Linse kann, das können die alten Glasklunker nimmer, die in den vergangenen Monaten nach und nach vom DHL-Boten in meine Wohnung getragen wurden. Da bleibt einem wohl nichts übrig, als nach und nach immer mal wieder einen runden Tausender auf den Tisch zu legen, um seinen Objektivpark auf den Stand des 21. Jahrhunderts zu bringen.

Doch was tun die 30 Jahre alten Klunker? Sie geben sich einfach nicht geschlagen.

Sony A7II mit Tamron SP 2.8/90 Macro, F4, 30s, ISO 50
Sony A7II mit Tamron SP 2.8/90 Macro, F4, 30s, ISO 50

Neuester Zugang im erwähnten Objektivpark ist ein Klassiker unter den Makroobjektiven, das Tamron SP 2.8/90 Macro. Es geht beruht auf einem Vorgänger aus den 70er-Jahren und wurde bis vor wenigen Jahren optisch unverändert gebaut. Ersteigert habe ich es, weil ich gerade einen Kurs in Makrofotografie an der VHS Köln belege und ich mit meinen bisherigen 50-Millimeter-Makroobjektiven von Sigma und Canon zu nah an die anvisierten Käfer, Insekten und sonstiges Kleingetier herankriechen muss, um sie ausreichend groß ins Bild zu bekommen. Was das Gefleuch meist verscheucht. Mit dem 90-Millimeter-Tele kann man mehr Abstand halten.

Und wie man sieht, lassen sich damit sogar Fische fotografieren. Die Schärfe ist fantastisch (das Bild lässt sich in der Galerieansicht mit dem X-Button oben rechts noch einmal auf volle Bildschirmgröße vergrößern). Die Farben leben. Der Hintergrund cremt, wie es schöner kaum sein könnte.

Das Altglas schlägt sich bravourös – nein, im Moment sehe ich da noch keinen akuten Modernisierungsbedarf.