Biokraftstoffe reloaded – Episode II

Vorweg: Golfi und ich leben noch.

Die ersten 360 Ethanolkilometer liegen hinter uns. Im Tank waren zunächst 20 Liter E85 und 35 Liter Normalbenzin, ein Verhältnis von 4 : 7. Der Wagen verhielt sich praktisch unverändert: Sprang sofort an, auch nach kalter Nacht, Motorlauf sehr ruhig, Betriebstemperatur unverändert, Beschleunigung normal, jedenfalls nicht schlechter. Da ich das Gaspedal behandelt habe, als wär ein rohes Ei drunter, habe ich von den angeblich bis zu fünf Prozent Mehrleistung erstmal nichts gemerkt. So ging es gestern von Aachen nach Löningen (das liegt bei Cloppenburg, etwa auf halbem Weg zwischen Osnabrück und Oldenburg).

Loeningen-Tanke76

Heute dann, Sonntagmorgen, wurde die nächste Stufe gezündet. Im benachbarten Essen i.O. wieder vollgetankt, knapp 25 Liter reines E85 (à 939 Cent). Der Verbrauch auf dem Hinweg lag bei 6,8 Liter auf 100 Kilometer. So ähnlich habe ich das bei den gefahrenen Geschwindigkeiten von 100 bis maximal 120 km/h auch erwartet. Bei Bioethanol steigt der Verbrauch ja bekanntlich etwas an. Geringere Dichte oder so.

Wenn mich meine Kopfrechenkünste nicht trügen (allerdings lassen die Mathenoten aus der Oberstufe diese Möglichkeit durchaus zu), dann hat sich das Mischungsverhältnis im Tank damit umgekehrt. Jetzt sollten 37 Liter Ethanol gegenüber 18 Litern Normal in einer klaren 2 : 1-Mehrheit sein. Man könnte auch zwei Drittel zu ein Drittel oder 66,6 zu 33,3 Prozent sagen. Mathe ist etwas Wunderbares.

Gottseidank fährt der Wagen besser als ich rechne. Nach wie vor gibt es keine spürbare Veränderung. Vielleicht ist der Motorlauf nicht mehr ganz so glatt, aber ansonsten läuft alles prima. Morgen geht’s über Ostwestfalen zurück nach Aachen.

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