Moorbraun in Ornbau 2018

Schaufensterbummel

Moorbraun in Ornbau, endlich mal wieder. Zum fünften Mal seit 2008 war ich in diesem Jahr wieder beim Jahrestreffen des Vereins der Heckflossenfreunde im fränkischen Ornbau. Mein erstes seit 2013 (hier geht es zu den älteren Berichten) und mein erstes, nachdem der Moorbraune anderthalb Jahre lang in der Werkstatt verschwunden war.

Servicefahrzeug

Dieselcoupé

Wie hatte ich es vermisst. Das Schlafen auf dem Campingplatz, das Duschen in der Sporthalle, das Buffet im Tennisheim mit den herzlichen Helfern und den schinkenumwickelten Honigmelonenschnitzen.

Lebensfreude

Dorfidylle.

Wie hatte ich es vermisst. Die Aufkleber auf Strichachter-Kofferraumdeckeln, an 111er-Heckfenstern, an 123er-Frontscheiben. Die T-Shirts mit den Schrauberwitzen. Den alten und neuen Humor der Sterngemeinde.

Prachtkarosse

Abendlicht

Utensil

Wie hatte ich es vermisst. Das Bummeln über den Acker mit all den Heckflossen, Pontons, SLs und 124ern. Das Fachsimpeln. Das Farbenraten („Weizengelb?“ – „Ahorn!“). Das Wühlen in Flohmarktkästen voller Kippschalter (ich habe einen ganz neuen Umluftschalter gefunden dieses Jahr!).

Sehen und gesehen werden

Olddaimler

Armaturenprunk

Was die Tochter mag

Wie habe ich es vermisst, mit dem Moorbraunen am Freitag vor Pfingsten über die prallvolle A61 zu dieseln. Am Technikmuseum Sinsheim die Tupolev 144 und die Concorde zu erspähen.

Teilejäger

Bonner Stern und Zirkuszelt

Der erste mit ABS

Silostorch

Camping

Altmetall

Jetzt war alles wie früher. Und doch ganz anders. Es war kein klassisches Pfingsttreffen in diesem Jahr mit vollem Programm, Workshops, Aktionen und Auktionen, Fressbudengasse und Teilemärkten. Es war ein OpenVdH, also ein eher zwangloses Treffen mit reduziertem Programm. Und es war schön: Man hatte Zeit, es drängte kein Programmpunkt, die Leute waren entspannt.

Rostflosse

Modellauto

Wackelachter

S-Leiche

Aufklebersammlung

Mercedestherapie

Tourenwagen

Langer Ungar

Diesellegalität

Allen Organisatoren und Mitwirkenden an dieser Stelle ein warmes „habt Dank“ für das wieder einmal unvergleichliche Erlebnis. Sollten auf meinen Fotos Menschen zu sehen sein, die das nicht wünschen, bitte ich um Nachricht in den Kommentaren. Und um Entschuldigung.

Sternenlicht

Ja, wenn.

Und zum Schluss noch der Hinweis für Altglasfreunde: Begleiten durften mich erstmals bei einem „großen Einsatz“ das Xenon 1.9 50, das Curtagon 4 28 und das Xenar 3.5 135 aus dem Hause Schneider Kreuznach (passenderweise führte der Weg nach Ornbau an dieser Stadt vorbei). Die westdeutschen Luxusprodukte aus den späten 1950er Jahren mit ihrer irren mechanischen Schärfentiefe-Skala haben nicht enttäuscht. Vor allem das Xenar gefiel mir durch seine eindringliche Bildwirkung, zu sehen etwa bei der „Rostflosse“.

Heckflossenfreunde-Feuerzangenbowle

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Sie hat schon jahrelange Tradition, die Feuerzangenbowle des Aachener Stammtischs vom Verein der Heckflossenfreunde. Und sie ist in jedem Jahr wieder: einfach nur angenehm. Ein gemütlicher, langer Abend in der Gesellschaft netter Menschen, die genauso gerne Blech reden wie man selbst.

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Am Anfang heißt es: Den Raum dekorieren. Tische wischen, Stühle stellen, Servietten falten, Nüsschen streuen, Dominos würfeln.

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Währenddessen füllt sich der schöne Speisesaal der Prachtvilla am Lousberg, die einst das belgische Generalkonsulat beherbergte und heute die Studentenverbindung VDSt Aachen-Breslau 2 (es ist eine von den „netten“, nicht-schlagenden Verbindungen).

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Während der Beamer verkabelt wird und man noch rätselt, warum aus den Lautsprechern kein Ton kommt, rutscht die Tischverzierung schon von „heimelig“ in den Sektor „schräg“ ab.

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Dann ist es Zeit für die Suppen – nicht, dass beim Verzehr der in diesem Jahr von der Familie Fischer bereitgestellten Köstlichkeiten in den Geschmacksrichtungen Lauch und Currywurst die sprichwörtliche gefräßige oder gar andächtige Stille aufkäme.

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Dann schließlich ist der erhabende Moment gekommen, an dem Brand-, äh, Bowlenmeister und Stammtischorganisator Dirk Quenter seines feurigen Amtes waltet.

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Spätestens dann ist die Stimmung vollends entbrannt. Es wird beschrieben und übertrieben, gedacht und belacht,  gelinst und gegrinst. Und der Pegel des Bowlentopfes senkt und senkt sich.

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Irgendwann werden sogar die Nüsse der Tischdeko dran glauben müssen. Und noch irgendwannder torkeln ein paar schon etwas verbeulte Altbenzfreunde mit verchromtem Grinsen – nein, nicht mehr zum Auto, eher zu Fuß die Nizzaallee hinunter. Und sind froh, dass die Belgier bei der Wahl ihres Konsulats so nett waren, an die hilfreiche Schwerkraft zu denken, die den Fußweg nach Hause so viel angenehmer macht als den Aufstieg vor dem Abend.

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Aber vorher noch einmal: Prost! Auf das Christkind und unser Altmetall – und vielleicht die Feuerzangenbowle im nächsten Jahr.

Alle Fotos: Sony A7II mit Carl Zeiss Jena Prakticar 1.4 50 II