Natürlich möchte man da weder am Steuerknüppel gesessen haben noch als Pax in der Kabine. Und trotzdem finde ich es irgendwie… hmja, beruhigend, dass selbst Profis sowas passiert wie die Sache heute mit dem Lufthansa-A320 in Hamburg. Und dass nicht gleich eine Katastrophe draus werden muss. „Das ist extrem, so etwas habe ich auf einem deutschen Flughafen noch nicht gesehen“, zitiert Spiegel Online den Sprecher der DFS. Auch das finde ich beruhigend.
Bilder hier, Text hier, Video da. Also, DAS nenne ich mal Crosswind Landing. Was kostet eigentlich ein Winglet?
Neues aus der Welt der Untoten
Guter alter Acrobat Reader. Manchmal nervt er ja mit seinen ständigen Updates – vor etwa zwei Jahren gab es eine Zeit, da war vor jedem Angucken eines PDFs ein satter 60-MB-Download fällig. Dafür kann man heute sogar den Text aus den Dokumenten rauskopieren. Aber jetzt stürzt er mich noch vor dem Frühstück in eine Identitätskrise.
Schnell noch vor dem ersten Kaffee des Tages ein Mail-Attachment geöffnet, dachte ich. Und dann das:
„Möchten Sie die vertrauenswürdigen Identitäten einer früheren Acrobat-Version importieren?“
Möchte ich was bitteschön? Im Hause Adobe scheint man an Reinkarnation zu glauben, die Lehre von der Wiedergeburt. Welche früheren Identitäten sind wohl gemeint? Ist es die alte Version 6.0.1, damals schlanke 17,8 MB klein? Ist es Ausgabe 7.0.9, die bereits 90 MB Festplattenplatz als Spielwiese verlangte?
Doch viel wichtiger: Warum will mein aktueller Reader (Modell 8.1.1. – sind diese dreistelligen Versionsnummern nicht unglaublich sexy?) Kontakt mit den Geistern seiner dahingeschiedenen Vorfahren aufnehmen? Ist er einsam? Aus welch morbidem Grund sucht jemand Umgang mit Zombies?
Was also ist nun zu tun? Den alternativ angebotenen „Standardsatz vertrauenswürdiger Identitäten“ anlegen, was immer dann auch geschehen mag?
Ruhe bewahren. Nachdenken. An sich ist der Reader ja ein ganz umgängliches Programm. Das mit den Updates hat sich auch mittlerweile wieder beruhigt (in der Wikipedia heißt es: „In die Kritik geraten ist der Acrobat Reader in den letzten Jahren wegen seiner automatischen nicht deaktivierbaren Updates und wegen seines enormen Ressourcenhungers, der sich jedoch seit Version 8 etwas gebessert hat.“).
Na schön. Ich habe also „Ja“ angeklickt und auf eine Art Voodoo-Zeremonie gewartet. Es wurde dann aber nur ganz normal die Version 8.1.2. installiert. Reine Routine – bis am Ende dieses Fenster hier aufging:
Mein eigener Reader stellt mir Aufgaben! Wohl übermütig geworden, der Kleine. So nicht, mein Freund – Herrchen trinkt jetzt erstmal Kaffee.
Lebewohl
Eine melancholische kleine Abschiedsgeschichte: In „Sleep Tight, Old 40RC“ im US-Magazin Flyingmag sagt der Autor Richard L. Collins seiner Cessna P210 adieu. Nach 8.963,44 Stunden in 28 Jahren, fünf Monaten und 13 Tagen.
Überraschend ist die Offenheit, in der Collins über seinen treuen Flight Companion schreibt. Die P210 sei ein heikles Gerät mit hoher Unfallrate:
A while back I calculated that the P210 has the worst fatal accident rate of any certified piston single, with engine failures the number one villain in these serious accidents.
Einen Käufer fand er nicht, angesichts der Kapriziosität des Musters wollte er die Maschine auch nicht an einen Neuling abgeben. So kam 40RC zu einem ungewöhnlichen Ende: Collins ließ sie am Platz von Griffin, Georgia, an der Rampe stehen. „To never fly again“.
Deutschstunde
Auch wenn ich mich nicht zu den fanatischen Fans französischer Automobile zähle (vom putzigen Ami am Blücherplatz mal abgesehen, mit dessen Besitzer Ingo und ich neulich sprachen):
Der Werbespot für den neuen Citroen C5 ist so gut, dass man ihn sich glatt noch ein zweites Mal angucken kann.
Chapeau.
Neues aus Herzogenrath
Kein Kinn, kein König. Schon die alten Ägypter wussten, dass für einen Mächtigen der Kiefer wichtiger ist als die Krone. Wie hätte Tut-Ench-Amun ohne seinen markanten Säulenbart ausgesehen? Wie Karl Marx ohne seine proletarisch-kraftvolle Manneszier? Was uns direkt nach Herzogenrath bringt.
Ein Ort, bei dem die Nähe zur Macht schon im Namen – Herzog! – liegt. Ein Ort, der am Sonntag einen neuen Bürgermeister wählte. Zwar ist hierzulande die Zeit vollbärtiger Politiker seit Rudolf Scharping langsaaam vorbei. Doch der Mangel an Gesichtsbehaarung bei Tut-Ench-Amuns Nachfolgern aus dem Öcher Nordkreis wurde von cleveren Wahlkampfmanagern geschickt ausgeglichen.
Mit kühnem Griff ans Kinn signalisiert der Herausforderer: Vertraut mir, Bürger, auch ich kann Pharao sein! Der dezente Goldschmuck am Ringfinger ergänzt das Bild: Reichtum und fruchtbares Ackerland allen Herzogenrathern, die mich wählen!
Sein Gegenspieler ist freilich schon einen Schritt weiter. Das Symbol der Machtentfaltung wird hier viel sparsamer eingesetzt: Nur noch zweieinhalb Finger sind im Bild zu sehen. Um so stärkere Signalkraft geht von ihnen aus. Die locker geöffnete linke (!) Hand deutet nicht nur entspannte Souveränität an, sondern auch einen deutlich größeren Bartumfang. Hier präsentiert sich jemand als geborener Herrscher.
Völlig chancenlos musste in diesem Umfeld die Kandidatin der kleineren Fraktion bleiben. Das konnte nicht klappen. Ein Politiker muss ein Gestrüpp Gespür dafür haben, was das Volk will.
Wahl-Fazit: Der Streit um des Kaisers Bart ist wie erwartet zu Ende gegangen. Der Griff nach der Macht glückt nur mit dem richtigen Griff ans Kinn.
Und: Die Zeit ist noch nicht reif für einen Damenbart auf dem Bürgermeisterthron.
Googeln, aber richtig
Gleich noch eine Frage an die Leserschaft: Kennt sich jemand mit den Nutzungsbedingungen von Google Maps aus? Ich würde gerne ein Luftbild einbinden. Aber nun lese ich bei Robert Basic, dass die Firma GeoContent Blogbetreiber abmahnt, wenn der Copyright-Hinweis nicht zu ihrer Zufriedenheit zu sehen ist.
Ich werde aus den Google-Maps-Nutzungsbedingungen nicht richtig schlau. Muss der Hinweis nur auf dem Screenshot zu sehen sein? Muss da noch irgendwelcher Text darunter auf der Webseite stehen?
Weiß jemand weiter?
Feuer!
Jetzt muss ich mal eben etwas fragen. Zwar wohne ich jetzt seit fast zehn Jahren in NRW, aber das war ja nur in Bielefeld. Das Ruhrgebiet dagegen kenne ich bis heute noch nicht so richtig. Darum stand mir auch der Mund ziemlich weit offen, als ich am Montag nach einem Werkstattbesuch (dazu später mehr) gegen Mitternacht an Oberhausen vorbeifuhr.
Habt Ihr sowas schon mal gesehen? Erst dachte ich, da brennt eine Halle oder sowas. Der ganze Himmel war erleuchtet. Scheint aber ein Stahlwerk oder so etwas gewesen zu sein. Die vielen Strommasten deuten ja auf eine ausgedehnte Industrieanlage hin. Das Gelände ist direkt westlich neben einer Autobahn – ich habe leider vergessen, welcher.
Das helle Licht in der Mitte war eine Art Feuerkugel. Flüssiger, glühender Stahl, vermute ich mal. Sorry für die miese Bildqualität – einhändiges Fotografieren auf der Autobahn bei Nacht erfordert halt Kompromisse.
Kann mir jemand sagen, was das war? Ist das dort immer so? Was sagen die Anwohner zu diesem Himmelszauber?
Gruselig war das.
Neues vom Markt (2)
Kennen Sie das Gefühl, dass unsere Zivilisation zum Untergang verurteilt ist? Dass die Menschheit keine Zukunft mehr hat? Hatte ich jetzt grad wieder. Lag nicht an Klimaerwärmung oder Dieter Bohlen. Es lag an Rührei. Hier ein neuer Beitrag aus der beliebten Serie: „Dinge, die die Welt nicht braucht“.
Rührei aus dem Tetrapack. Sorry für das schlechte Foto, ich hatte nur die Handy-Kamera dabei.
Ja, sowas gibt’s wirklich. Leider. Und es ist so unglaublich einfach zuzubereiten! Einfach die Verpackung öffnen und in die heiße Pfanne füllen! Nicht so wie dieses furchtbare Rührei aus der Natur, dass man vorher erst umständlich… äh, rühren muss. Überhaupt lassen sich Eier mit Kanten viel leichter stapeln als ihre hühnerbasierten ovalen Vorbilder aus Omas Zeiten.
Unsere Kinder werden glauben, dass Hühner quadratisch sind. Würfeleier und Dieter Bohlen – das ist das Ende. Was wird nach dem Menschen kommen? Die Herrschaft der Insekten? Auch gut. Die legen wenigstens richtige Eier.
Historisches
Im Forum wird gerade gefragt, welche Hinterlassenschaften irgendwelcher Vorbesitzer wir schon in unseren Autos gefunden hätten. Nachdem ich Golfi 2006 vom Hof eines Thüringer Renault-Händlers gekratzt hatte, musste er natürlich für den fälligen ersten TÜV under new Management ordentlich herausgeputzt werden. Dabei kam im unzugänglichen Spalt hinter der Windschutzscheibe dies zum Vorschein:
Eine nahezu lückenlose Parkhistorie seit 1998. Scheint ein konstruktiver Mangel beim Dreier-Golf zu sein: das ticketfressende Armaturenbrett (vgl. der drachenfressende Baum bei Charlie Brown). Sicher lässt der Schäuble sowas bald allgemein ab Werk einbauen, damit seine potenziell terroristischen Landeskinder ihre Tatfahrzeuge nicht einfach unbemerkt irgendwo hinstellen können. Wo kämen wir hin.
Neues vom Markt
In einer Marktwirtschaft dreht sich alles um Märkte. Wer sich am Markt etablieren will, wird eine Marktanalyse machen, die Absatzmärkte beobachten, er wird die Marktchancen seiner Produkte einschätzen, damit er ihre Marktpreise kalkulieren kann und nicht am Ende einer Marktbereinigung zum Opfer fällt. Ein Faktor aber ist ganz besonders wichtig.
Der Supermarkt an der Vaalser Straße hat ihn jedenfalls.












