Wir unterbrechen dieses Blog wieder mal für etwas Werbung.
Ikonengold.de, das meinem Leser bereits anempfohlene Geschmackvolle Mustergültige Autos Netzin, hat sich mit dem Thema 200D beschäftigt. Das könnte mir als Fahrer einer deutlich leistungsstärkeren Fahrzeugklasse (72 statt 60 PS!) ja eigentlich gleichgültig sein, doch bin ich mir nicht zu fein, auf den überaus gelungenen Artikel von Eberhard Weilke und Thomas John hinzuweisen, in dem vier Generationen des Einstiegsmodells in die Stuttgarter Selbstzünderwelt exemplarisch vorgestellt werden.
Ein Lorbeerkranz für den deutschesten aller Diesel, gewunden von Eberhard Peugeot Weilke – dass ich das noch erleben darf.
Zugegeben. Es war wirklich ein 1 a Sonnenuntergang. Gleißendes Licht und hochrot funkelnde Lohe, um es mit den Worten des Adson von Melk im Namen der Rose zu sagen. Siehe, Dämmerung fiel über den Lousberg, und ehe die Nacht gänzlich hereinbrach, ward Aachen ins goldene Licht der sterbenden Sonne getaucht. Sei’s drum. Für mich war es trotzdem ein lausiger Tag.
Und das lag nicht an der ersten Hälfte, denn die war produktiv – unsere Internetrallye Netrace geht in die nächste Runde, und das Meeting am Mittag war wie erwartet konstruktiv und angenehm.
Es lag auch nicht an der zweiten Hälfte, denn die bestand im wesentlichen aus zeitintensivem, aber im ganzen doch recht befriedigendem Basteln einer Sonderseite zu eben jenem Netrace. Das Ergebnis ist übrigens in der Donnerstagsausgabe zu bewundern, Seite 16.
Nein, was mir den Tag restlos versauert und die zweite Hälfte in weniger güldenes denn dunkelgraues Licht getaucht hat, war ein heftiger Windstoß gegen 13 Uhr. Noch heftiger als die anderen, die den ganzen Nachmittag lang durch die Stadt fegten.
Dieser eine aber war so stark, dass er es schaffte, im Ostviertel eine geparkte Suzuki XF 650 Freewind umzukippen. Die fiel dann ihrerseits auf die daneben stehende Yamaha XT 600, deren Seitenständer sich wie ein Dolch… ach, seht selbst.
So. Jetzt darf ich mich mit der bekanntermaßen serviceorientierten deutschen Versicherungsbürokratie und den ebenso bekanntermaßen selbstbewussten Ersatzteilpreisen japanischer Zweiradhersteller herumschlagen.
Wie gesagt, der Rest des Tages war in Ordnung. Anscheinend hatte das Wetter zumindest zum Feierabend ein richtig schlechtes Gewissen mir gegenüber, angesichts des Anblicks, mit dem sich dieser Mittwoch aus meinem Leben verabschiedete.
Klickt das Bild (das obere!) ruhig mal an, damit wenigstens Eure Laune sich etwas hebt. Und damit gute Nacht.
Seit meinem Norwegenurlaub habe ich das fjordige Land oben links auf der Europakarte ins Herz geschlossen. Auch seine Einwohner. Seit heute Morgen finde ich sie sogar noch ein kleines bisschen netter, denn da hatte ich Post aus Kragerø im Briefkasten.
Als Norddeutscher, oft Fischkopf genannt, freut man sich immer über den Anblick von Flossenträgern (dochdoch, wir lieben diesen Spitznamen und ich habe mir extra ein Aquarium zugelegt, um meine Herkunft nicht zu vergessen). So stimmte mich auch der Anblick des Umschlags mit seiner fischigen Briefmarke gleich froh und heiter.
Der Inhalt steigerte dies noch – es war nämlich mein USB-Stick, den ich beim Bloggen in der Jugendherberge von Kragerø im Rechner hatte stecken lassen. Habet Dank, liebes Sportell-Team, dafür gibt’s auch einen Link auf Eure Homepage. Verbunden mit einem Aufruf an alle Menschen in der Euregio, bei einem Aufenthalt in Ostnorwegen dort einzukehren. Bin ich bestechlich? Kann sein.
Auf dem USB-Stick waren nämlich viele Fotos, die ich bis dahin auf meiner Reise gemacht habe.
Nun steht morgen steht im Reiseteil der Samstagsausgabe unserer Zeitungen ein Artikel über Südnorwegen von mir, in dem auch auf dieses Blog hingewiesen wird. Aus diesem freudigen Anlass habe ich nochmal einen Schwung von gut 40 Bildern nachträglich in die einzelnen Beiträge eingebaut. Das nur zur Erklärung, falls sich jemand wundert, wieso sich die Artikel plötzlich verändert haben. An sich ist es ja verpönt, Blogtexte im nachhinein noch umzupfuschen… aber was soll’s. Bin ich ein schlechter Blogger? Kann sein.
In was für eine trübe Gegend bin ich hier geraten, habe ich in den letzten Tagen oft gedacht. Wenn der Blick aus dem Fenster der Redaktion mal wieder auf einen finsteren Himmel fiel, der seine Schleusen über Aachen geöffnet hatte. Nun ist es nicht so, dass da, wo ich herkomme, nicht auch gelegentlich der eine oder andere Wassertropfen vom Himmel fiele.
Doch verglichen mit dem Öcher Sommern 2007 und 2008 herrscht in der norddeutschen Tiefebene die reinste Savannendürre – jedenfalls, soweit mich meine Erinnerung nicht täuscht, und warum sollte sie. Gottseidank gab es am Samstag Gelegenheit, zwischen ein paar Platzregen mit einem guten Freund eine Spritztour in die Umgebung zu machen. „Oh Gott, jetzt er war malwieder in Belgien„, werdet Ihr denken. Ihr habt Recht.
Und zwar in Spa.
Der edle kleine Kurort im Arondissement Verviers, im Englischen das Synonym für einen Badeort schlechthin (Bad Aachen ist also nur ein Spa von vielen), trug einmal den Spitznamen „Café de l’Europe“, wegen der vielen gekrönten Häupter, die sich dort zum Bewässern – oder Begießen – ihrer Wehwehchen trafen.
Ein Hauch von Noblesse weht heute noch durch die Straßen rund um das Casino – die Dichte der Luxuskarossen und überaus schick gekleideter Leute ist ein sichtbarer Beweis.
Wer nicht zu den oberen Zehntausend des alten Kontinents gehört, steuert sein Fortbewegungsmittel selbst und trägt Handschuhe aus derbem Leder statt aus feinster Seide. Für einen Milchkaffee unter Sonnenschirmen reicht der Inhalt des Portemonnaies (in diesem Ambiente ist die alte französische Schreibweise die einzig angemessene) aber noch.
Beim nächsten Mal bringen wir etwas mehr Zeit mit. Doch in den schweren Motorradklamotten wird es schnell warm in der – ja, sie ist es wirklich! – Sonne. Lassen wir also die Rösslein etwas traben, die Ardennen wollen erkundet werden.
Aber halt, was ist das da neben der Straße? Schlösser in Belgien sehen anscheinend immer so aus, als würden Tim, Struppi und Kapitän Haddock dort wohnen.
Unser zweites Ziel ist der Wasserfall von Coo am Amblève-Fluss.
Die 15 Meter hohe „Cascade“ ist die höchste Belgiens…
…und verleitet dazu, erneut mit der Video-Funktion der Kamera herumzuspielen.
Ein Felsen mit Besucherabstieg teilt den Wasserfall in zwei Hälften. Aus ihrer Gischt springt ein Regenbogen.
Die beiden Kaskadeure. (Wer’s bei LEO nachschlagen will: Cascadeur bedeutet „Stuntman„. Vielleicht, weil sich die ersten von ihnen Wasserfälle hinabstürzen mussten.)
Coo ist ein beliebtes Ausflugsziel. Während sich die beiden Gäste aus Aachen an der Aussicht und den überall aufgestellten üppigen Blumenkübeln erfreuen, herrscht auf dem Gelände des Freizeitparks am Flussufer Hochbetrieb. Hunderte von Ausflüglern verteilen sich über Uferpromenaden, Cafés und Flussufer. Ein Sessellift bringt Besucher über die Amblève…
…und über dem Berggipfel kreisen Paraglider am blauen Himmel.
Aus dem den ganzen Tag über nicht ein einziger Tropfen fällt. Geht doch, denke ich. In was für eine schöne Gegend bin ich hier geraten.
Eine der größten Leistungen des menschlichen Intellekts ist es, aus Vorhandenem und Bekannten etwas Neues und Aufregendes zu schaffen. Das ist es, was uns von Tieren unterscheidet: die Kreativität, uns selber ständig überraschen zu können. Nehmen wir zum Beispiel… äh, ja: Nehmen wir mich.
Mir geht nämlich seit Tagen der gute alte Schlager „Volare“ durch den Kopf. (Doch, den kennen Sie. Klicken Sie bitte auf die Version der Gipsy Kings als Karaoke, damit Sie wissen, was ich meine.) Und das kam so.
Es war am Donnerstag vergangener Woche. Kurz nach 10 Uhr. Den Rechner hochgefahren und den morgendlichen vormittäglichen Blick in die Mailbox geworfen. Dann Einen in den Spam-Ordner.
Über die kurzen Momente der Heiterkeit, die dieser Seitenaufruf erzeugen kann, habe ich mich ja schon ausgelassen. Diesmal war keine Mail von Agathe Bauer drin. Nein, jetzt schlug das Spam-Imperium zurück, grausam und unbarmherzig.
In Form von…
Es ist ja bekannt, dass die fingierten Absendernamen der Mails aus irgendwelchen Adressdatenbanken zusammengewürfelt werden. Dabei kommt es zu den abstrusesten Kombinationen. Wie etwa der litauische Vorname Gintare vor dem urdeutschen Klawitter. Klawitter, so wie der Kli-Kla-Klawitter-Bus aus dem Fernsehen (Sie merken, ich bin ein Kind der Siebziger). Auch in den MAD-Heften meiner Teenagertage hießen die Leute ständig Gertrude Klawitter, Horst Feinbein oder Udo Fröhn.
Kein Wunder also, dass ich diesen Namen seit fast einer Woche nicht mehr los werde. Sie, lieber Leser, von jetzt an übrigens auch nicht. Warum soll es Ihnen auch besser gehen als mir? Also nochmal, damit es sich in Ihre Netzhäute genauso einbrennt wie in meine:
Und was hat das jetzt mit „Volare“ zu tun, das ich seit fast einer Woche ständig vor mich hin summe? Das unbekannte Wesen, das menschliche Hirn, mein menschliches Hirn, hat es fertiggebracht, den Namen Gintare mit dem Geklimpere des Gipsy-King-Hits zu verbinden. Gin-taa-re, ooo-oooh. Wenn das mal nicht die wirklich, wirklich kreative Kombination des Tages war. Mensch schlägt Maschine. Irgendwie beruhigend. Mal sehen, was ich morgen im Spam-Ordner habe.
Bin ich ein reaktionäres Schwein, wenn ich finde, dass für knappe 180 Stundenkilometer innerorts 375 Euro Strafe nicht übermäßig viel sind? Vor ein paar Stunden in Jülich passiert:
Seine Ansichten von Lysefjord (hinten) und Preikestolen (vorne) sind schlicht grandios.
Er war so nett mir zu erlauben, diese Bilder hier ins Moorblog zu stellen. Danke dafür!
Mir selber sind ja mitten auf der Klippe die Batterien verreckt. Dass ich keine Ersatzakkus dabei habe, passiert mir sonst eher selten – ausgerechnet diesmal schon. War wirklich ausgesprochen ärgerlich.
Noch ein Tipp: Richtig schön genießen kann man Ryans Bilder, wenn man auf den Button „Diavorschau“ über der Galerie klickt.
Der Abend davor: Marc mit Max Smekker auf Mückenjagd. Der alte Smart-Werbespruch „Reduce to the Max“ kriegt eine ganz neue Bedeutung, wenn das stechende Gefleuch mit lautem Knall von Max elektrokutiert wird.
Öfter mal was Neues. Die Hornet der FVA kriegt eine Nachprüfung.
Fast eine Stunde lang drehen wir den Vogel auf der Asphaltrose, um den Kompass zu eichen. Am Ende stimmen die Werte halbwegs – doch die Kugel hat zuwenig Alkohol. Also muss in der Werkstatt das ganze Armaturenbrett zerlegt werden, damit wir an das Gehäuse kommen. Die Zahl der GPS-Mäuse, die dabei zum Vorschein kommt, ist beachtlich.
Man beachte den schönen alten Spruch auf dem Hangar im Hintergrund: There are many old pilots, there are many bold pilots, but there are very few old bold pilots.