Auf neuen Wegen (Im Venn II)

83-Bueschel

Der Wind weht scharf, aber erträglich, als wir über den von Touristenfüßen plattgetretenen, überfrorenen und spiegelglatten Schnee mehr rutschen als stapfen. Hinter Baraque Michel führt der Wanderweg erst durch ein kleines Waldstück – und dann steht man schon im Venn.

95-Kraniche

Fast zwei Jahre ist es her, dass ich – allerdings ein paar Kilometer weiter, auf deutscher Seite – auf einem Spaziergang an dieser so ungewöhnlichen Landschaft trotz guter Kamera und ebensolchen Objektiven verzweifelte. Viel Himmel, viel Horizont, versprenkelte Bäume, in der Mitte der Weg. Was sollte man da fotografieren?

16-Zweige

Heute weht ein anderer Wind. Wörtlich genommen. Ein Dutzend verschiedenster Fotokurse und noch deutlich mehr Objektive später fällt die Motivwahl nun etwas leichter. Da hätte es den großen Schwarm Kraniche gar nicht gebraucht, der über uns zurück nach Norden zog.

45-Plaetschergras

Eine eigenartige Landschaft ist das Venn. Riesenhaft leer und offen wirkt es und versperrt sich gleichzeitig mit seinem sumpfigen Boden der Eroberung durch den Besucher. Nur auf geradezu homöopathisch schmalen Pfaden lässt es sich erkunden.

07-Schildweiss

Gerade einmal meterbreite Holzstege führen über die morastige Ebene. Die Warnung „Als het weer regenachtig is, zijn de houtstegen glibberig“ ist berechtigt. Wenn das Wetter dagegen eisig ist, sind die Planken nicht nur glibberig, sondern geradezu mörderisch glatt.

20-Gelaenderblick

27-Winterbaum

Schließlich führt der Weg wieder an einem Bach entlang in ein Waldstück, wo es vor lauter Bächlein regelrecht murmelt.

36-Schildrot

54-Plaetscherbach

Das Fortkommen wird immer schwieriger. Der spiegelglatte Steg bietet kaum Halt und in den Planken klaffen große Lücken.

61-Stegluecke

Das Geländer, wenn es denn eins gibt, ist höchlichst willkommen. Auch, wenn das rauhe Holz an den Handschuhen zupft.

44-Eisgelaenderl

80-Plaetscher

Motive zum Fotografieren gibt es in diesem stillen Winterwald allerdings reichlich. Ich habe zwei Objektive für die Sony A7 II in der Tasche: mein sehr geschätztes Minolta MD 3.5 35-70 mm Zoom und die jüngste Neuerwerbung, ein MD 4 75-150 mm Zoom von 1981. Beide Brennweiten ergänzen sich sehr angenehm. Und beide überzeugen mit knackiger Schärfe und angenehmem Bokeh.

67-Truemmersteg

Zugegeben, das Wechseln der Objektive auf den ebenso schmalen wie glatten Holzstegen ist kein Vergnügen. Auch reicht die Zeit heute nicht, mit Stativ und langem Hin- und Herprobieren das perfekte Bild zu komponieren. Dafür ist es auch einfach zu zugig – also muss es zügig gehen.

56-Plaetscherbaum

87-Hochsitz

Aber als uns der Weg schließlich wieder zurückführt, bin ich glücklich. Über den schönen Spaziergang – und das Gefühl, im Venn diesmal fotografisch nicht am Ende gewesen zu sein, sondern am Anfang.

86-Krummbaum

Aachenspaziergang

Sony A7II mit Minolta MD 100 2.5, 1/50s, ISO 100
Sony A7II mit Minolta MD 100 2.5, 1/50s, ISO 100
Sony A7II mit Canon FD 20 2.8, 1/60s, ISO 320
Sony A7II mit Canon FD 20 2.8, 1/60s, ISO 320
Sony A7II mit Minolta MD 100 2.5, 1/80s, ISO 100
Sony A7II mit Minolta MD 100 2.5, 1/80s, ISO 100
Sony A7II mit Canon FD 28 2.8, 1/60s, ISO 100
Sony A7II mit Canon FD 28 2.8, 1/60s, ISO 100
Sony A7 II mit Minolta MD 100 2.5, 1/25s, ISO 125
Sony A7 II mit Minolta MD 100 2.5, 1/25s, ISO 125
Sony A7II mit Minolta MD 100 2.5, 1/50s, ISO 100
Sony A7II mit Minolta MD 100 2.5, 1/50s, ISO 100
Sony A7II mit Minolta MD 100 2.5, 1/60s, ISO 400
Sony A7II mit Minolta MD 100 2.5, 1/60s, ISO 400
Sony A7II mit Canon FD 50 1.4, 1/20s, ISO 125
Sony A7II mit Canon FD 50 1.4, 1/20s, ISO 125
Sony A7II mit Canon FD 20 2.8, 1/20s, ISO 640
Sony A7II mit Canon FD 20 2.8, 1/20s, ISO 640
Sony A7II mit Minolta MD 100 2.5, 1/20s, ISO 100
Sony A7II mit Minolta MD 100 2.5, 1/20s, ISO 100
Sony A7II mit Canon FD 20 2.8, 1/6s, ISO 100
Sony A7II mit Canon FD 20 2.8, 1/6s, ISO 100

Erste Gehversuche am 22. Januar mit der A7 II, dem Minolta MD 100 2.5 und dem Canon FD 20 2.8. Und natürlich: einem Stativ. Wetter war ja nicht ganz so.

Flic Flac

1284-Roller

0997-Kletterfrau

1227-Nummerngirl

1446-Ringfrau

0918-Schottenspass

1792-Trapezduo

1731-Misterdiavolo

0970-Bettfrau

1160-Huckepack

1193-Flammenwerfer

0857-Ballfrau

1322-Roller

1753-Dessousfrau

1479-Wasserschlacht

1751-Misterdiavolo

0794-Gitarrenfeuer

1775-Poledance

1776-Zaubertier

1817-Kugelbrummer

1835-Kugelsprung_hell

Alle Bilder: Sony A7 II mit Canon FD 35-105mm f3.5.
Alle Bilder: Sony A7 II mit Canon FD 35-105mm f3.5.

In einem schwarzen Zirkuszelt ohne Blitz zu fotografieren – schwierig. Rasante Artisten mit einem Objektiv ohne Autofokus manuell scharfzustellen irgend etwas Vorzeigbares zu produzieren – sportlich. Aber es geht. Dank des fantastischen Sensors der A7 II, des eingebauten Bildstabilisators und der astreinen Schärfe des 30 Jahre alten Canons war der Abend fotografisch doch nicht völlig für die Tonne. Belichtungszeiten von 1/1000 Sekunde? Kein Problem, die Sony reißt die ISO-Zahl auf 12.800 hoch, und das Ergebnis ist trotzdem ansehnlich.

Showtechnisch ist das aktuelle Programm „Höchststrafe“ sowieso allererste Sahne: Die Artisten spielen in einem Gefängnisszenario aus Käfigen und Gittern, es geht um Flucht, Ausbruch, Schlägereien und Liebe hinter Gittern. Da schießen Feuerlohen hoch, da sprühen Fontänen aus Wasserbecken, da rotiert ein Rollschuhläuferpaar auf einem winzigen Podium. Zum Schluss donnert ein halbes Dutzend Motorradfahrer kreuz und quer durch eine Gitterkugel – und fliegt schließlich mit atemberaubenden Sprung-Stunts bis hoch unter die Zeltkuppel. Dem Zuschauer bleibt der Mund offen. Fast könnte man das Fotografieren vergessen. Oder zumindest das Scharfstellen am Objektiv.