Moorbraun in Ornbau V: die Beschilderung

Immer wieder nett: Die Plaketten, Aufkleber und Sticker, mit denen die Wagen verziert sind.

909_Olddaimler_800

Ein echter Olddaimler. Unterwegs im Auftrag des Herren. Gottes Bodenpersonal quasi. Zur Hölle mit Christophorus-Plaketten fürs Armaturenbrett.

854_Plakettensammlung

Weitgereister Strichachter…

858_Plakettengrill_800

…weitgereiste Flosse.

918_280S-Schild_800

Passendes Nummernschild für einen wunderschönen 280S in wunderschöner Farbe: Dunkelblau 904. Einen der wenigen Töne, die ich neben Moorbraun gelten lasse. Vor allem, wenn die Innenaussattung ebenfalls cremebeige ist.

810_Plaketten_800

C’est la vie in Dschörmänie: Alle paar Jahre eine neue Weltuntergangshysterie, alle paar Jahre eine neue Riesenaktion, alle paar Jahre ein neuer Aufkleber auf der Windschutzscheibe. Erinnert Ihr Euch noch an den kollektiven „bald ist das Benzin alle“-Wahn mit seinen „Ich bin Energiesparer“-Aufklebern für jeden Kofferraumdeckel? Für das Jahr 2010 ist übrigens die Einführung einer CO2-Plakette geplant…

943_Rattensticker_800

Allerdings ist nicht jeder gleich begeistert von solchen Klebchen. Was mag uns dieser Rattensticker sagen wollen?

Moorbraun in Ornbau IV: der 111er

Ein Hundertelfer – die „Große Flosse“ – ist ja schon immer ein Hingucker. Es gibt aber einen Mercedes mit der Kennziffer 111, der noch mehr Augen auf sich zieht. Und so einen hatten die VdH’ler für Ornbau an Land gezogen: einen C111. Den Supersportler mit dem Wankelmotor. Den Über-Keil in Metallic-Orange. Den Oberstecher jedes Sportwagenquartetts der Siebziger. Den Traum jedes autobegeisterten Jungen vor, äh, fast vierzig Jahren (oh Gott, schon so lange…?).

774_C111-Heck_800

Man muss schon sehr, sehr gute Connections zum Hersteller haben, um so eine Ikone zu einem Vereinstreffen aus dem Werksmuseum herauseisen zu können.

775_C111-Schweller_800

Was für ein Auto. Eine Mischung zwischen Großserienkomponenten und liebevoller Handarbeit – wie hier am genieteten Schweller.

905_C111-Grill_800

An dieses Gesicht hätte man sich gewöhnen können. Gewöhnen müssen. Wenn es anders gekommen wäre…

892_C111-Motor_800

Das rotierende Herz des Wagens: der Drehkolbenmotor.

888_C111-Cockpit_800

Das Cockpit. Hierhin wollten wir alle, damals, vor – äh, also damals halt.

889_C111-ABS_800

Aber wer braucht auch ABS…

894_C111-Motten_800

Das Museum meldet: Mottenbehandlung erfolgreich durchgeführt.

887_C111-Kofferraum_800

Der Kofferraum ist so sinnig konstruiert, dass ein Kasten Bier auch im Winter während der Fahrt niemals einfrieren kann.

Der C111. Wenn er jemals von Fans in Kleinserie wieder aufgelegt werden würde… ich würde allerdings statt des Wankels den OM 617 nehmen. Es ist wie mit dem Dieselcoupé: Hat’s alles gegeben, ist voll H-Kennzeichen-fähig, hundertprozentig zeitgenössisch, ich versteh die Diskussion nicht…

Moorbraun in Ornbau III: die Autos

Kommen wir nun zum Wichtigsten: dem Blech. Fast jedes Fahrzeug wäre ein Foto wert – aber 600 plus reichlich Externe auf der „freien Wiese“ sind einfach zuviel.

808_Coupe-8-gelb_800

Bummeln wir doch einmal ganz zwanglos über das Gelände und schauen wir, was es so gibt…

812_Strichachterreihe_800

Es gibt zum Beispiel reihenweise Strichachter. Wir sind ja auch die MB-Strich-Acht-IG.

800_Flossenkombi_800

Es gibt Einzelstücke, wie diesen prachtvoll restaurierten Flossenkombi mit holzbeplanktem Achterdeck.

824_Pontoncaravan_800

Es gibt Gespanne, wie diesen Ponton mit passendem Anhang.

809_Lovemachine_800

Es gibt individuell verschönerte Fahrzeuge, wie die Liebesmaschine. Ist sicher ganz gut, dass man nicht weiß, wie der Name zustande kam.

885_Polizei-W123_800

Es gibt sogar Nutzfahrzeuge. Wählst du schnell die 123, schon kommt die Polizei herbei.

901_190er-blau_800

Und es gibt… die da. Nun ja. Der VdH ist offizieller Baureihenbetreuer des W201. Machen wir uns also schon mal auf eine etwas andere Klientel gefasst.

815_116er-Flagge_800

Fahnen am Auto, die Erste. Und auf der Heckscheibe steht: Ein Schiff wird kommen.

826_600er_800

Fahnen am Auto, die Zweite. Buon giorno, Italia. Giulio Andreotti oder Giovanni Paolo II?

843_Hochzeitswimpel_800

Fahnen am Auto, die Dritte. Frisch vermählt! Mit dem Wagen?

857_Spiegeltrio_800

Ein wirklich schönes Auto kann man gar nicht oft genug sehen.

839_Brauncoupe_800

Braune 123er-Coupés sah ich gleich dreimal in Ornbau, allerdings immer nur in Mangan-Metallic.

927_Brauncoupe-innen_800

Ein weiteres manganbraunes Coupé mit dattelfarbener Innenausstattung – im absoluten Traumzustand.

836_Gelb-116_800

Ach ja, die Farben. Neben seinem Gelbton gefällt mir an dieser S-Klasse besonders gut die Heckscheibengardine.

832_Pagodengruen_800

Hier eine Pagode in einem ganz bezaubernden Flaschengrün.

828_116-Gruen_800

Es geht immer noch schriller – die Erfindung des Metalliclacks machte es möglich. (Heute diskutiert man eher über die Weißwandreifen…)

829_Gruener-SL_800

Mondäne SLs gaben sich natürlich nicht mehr mit solch drögen Tönen ab. Grün! Grüner! Psychedelischgrün!

949_Kaledoniengruen-8_800

Doch auch Erbswurstsuppen Kaledoniengrün war einmal eine schicke Lackvariante. Ich habe zwar keine Ahnung, was Schotten damit zu tun haben sollen (die Heide da oben hat definitiv einen anderen Ton), aber ich mag die Farbe trotzdem – sie ist so schön schrill.

827_Ungarn-8_800

Strichachter können auch sportlich sein. Oder zumindest so aussehen, wie diese aus Ungarn angereiste US-Limousine.

882_Rennflosse_800

Selbst die betulich-bizarre Flosse ist gelegentlich flott unterwegs, wie dieses Exemplar beweist…

883_Rennflossencockpit_800

…dessen Cockpit eine Mixtur aus Rallye und Sechziger-Jahre-Wohnzimmer ist. Mit Sturzbügel und Fahrradtachos am Armaturenbrett.

973_Flossenmotor_800

Weniger auf Leistung getrimmt als auf Optik ist dieses Flossen-Aggregat. Es gibt Motorräume, die sind so schön, dass man weinen möchte.

834_Wackelhut_800

Wackeldackel und Klorollenmütze – so kultig, dass sie inzwischen schon zum zweiten Mal spießig sind.

799_Playboyhutablage_800

Aber es geht immer noch peinlicher. Manch einer ist sich nicht einmal zu dämlich – oh, das ist ja mein Wagen.

Fazit: Das Coupé mit é ist der einzige Moorbraune in ganz Ornbau. Und bis jetzt, wenn mich nichts täuscht, auch der einzige Moorbraune, den ich in meinem Leben gesehen habe. Fahre ich am Ende das letzte Mammut?

Moorbraun in Ornbau II: die Halle

777_Hallengiebel_800

Wer zum ersten Mal in Ornbau ist, wie der Schreiber dieser Zeilen, der ist erst einmal platt. Erschlagen von der schieren Größe des Vereinsgeländes samt sämtlicher Außenterrassen, dazugehörender Räumlichkeiten in Nachbargebäuden, Gastronomie- und Lagermöglichkeiten, Auktionswiese und Neuteilehalle im Nachbarort.

862_Strassengewusel_800

Schon am Freitag herrscht im Ort Partystimmung. Buden, Stände, Musikbühne und Pavillons werden aufgebaut (nicht zu vergessen Strulli, den Toilettenwagen), Angereiste und Neugierige flanieren durch die Straßen.

864_Terrasse_800

Auf den beiden Außenterrassen spenden Sonnenschirme Schatten. Das Wetter könnte schöner nicht sein – nicht ein Wölkchen trübt den strahlend blauen Himmel.

Erschlagen ist man auch von der unglaublichen Liebe zum Detail, mit der alles eingerichtet und dekoriert ist. Nicht zuletzt vom Humor, der dabei überall durchblitzt.

776_Stripper-108_800

So wartet etwa vor der Halle dieser ausgewaidete und teilweise aufgeflexte W108 ohne Motor und Innenleben – zur Demonstration der Schwachstellen dieser Baureihe. Im Bild leider nicht zu sehen: Auf dem nackten Blech der Hutablage steht eine ebenso nackte Klorolle – ohne Häkelmützchen. Es sind diese liebevollen Details, die den VdH so einzigartig machen.

779_Werkstatt_800

Die Vereinswerkstatt! Wie üppig eingerichtet. Könnte man da nicht die Gelegenheit nutzen, mal kurz die Bremssättel des Coupés mit é

778_Sheriff_800

…nein, könnte man nicht. Zieh Nummer, Fremder! Und warte, bis du aufgerufen wirst!

951_Wandstrichacht_800

Überhaupt, diese Gemälde überall. Wie hier der Strichachter an der Neuteileausgabe.

Sehenswert auch der innere Teil des Gebäudes mit Café Benz, Clubshop, Scheuenenfund-Ausstellung, Fahrzeugsammlung…

970_Flossenbank_800

…und diversen hübschen Einrichtungsgegenständen. Besonders interessant ist die kunsthistorische Sammlung des VdH im Obergeschoss – fast jeden Anfahrtsweg wert.

867_Mona-Diesel_800

Da ist etwa die berühmte „Mona Diesel“ von Leonardo da Benci. Die mysteriös lächelnde Dame ist angeblich die Tochter eines Mailänder Tankwarts.

865_Sonnenblenden_800

Impressionismus, wie ihn jeder versteht: „Sonnenblenden“ von Vincent strygh Ocht.

866_Gehupe_800

Edvard Bench: „Das Gehupe“.

875_Dali_800

Salvado-re Plika: „Ballade vom Verhängnis, mit GFK-Teilen restauriert zu haben“.

874_Brueghelthuerer_800

Pieter Bruegheltürer: Heimkehr der Holzfäller.

944_Hundertzehnwasser_800

Friedrich W. Hundertzehnwassers „Flossenprojekt“. Dazu gibt es noch das „Tütü“ von Heki de saint Phlosse, die altägyptische Grabbeigabe eines Pharaos in Schlüsselform, und, und, und…

780_Rohkarosse_800

Im Haus gegenüber geht es nahtlos weiter. Dies war einst eine Rohkarosse mit null Kilometern, jahrelang irgendwo abgelegt. Die VdH’ler steckten ihr ein paar Anbauteile an und dekorierten sie liebevoll ins Obergeschoss der Gastro-Halle. Die farbigen Scheinwerferbirnen fungieren als Schummerbeleuchtung.

Am Ende des Raumes das so genannte Autokino, in dem historische Autofilme laufen.

793_Altteilehalle_800

Dann öffnet endlich die Altteilehalle. Auf zwei Stockwerken warten Unmengen gebrauchter Ausstattungsteile auf Neubesitzer. Das Material stammt meist von Schrottplätzen in den USA, wo es alljährlich von VdH’lern demontiert und per Container auf den Weg in die alte Heimat verschifft wird.

788_Tuerpappen_800

Türpappen regalmeterweise…

791_Stossstangen_800

…und Stoßstangen zentnerweise.

Keine Frage: Ornbau ist ein Paradies für Schrauber und Sternenfänger. Und erst die Autos!

Moorbraun in Ornbau I: die Anfahrt

„Ist total einfach: A4, A61, A6“, beschreiben mir meine beiden Mit-Fahrer den Weg nach Ornbau, als ich mich ärgere, sämtliche Straßenkarten im Wintergolf gelassen zu haben. Fein, so eine Route kann sogar ich mir merken. Tatsächlich schaffe ich es denn auch nur zweimal, falsch abzubiegen.

760_Tempo100_800

Zunächst jedoch gilt es, unseren Kleinstkonvoi von zwei Fahrzeugen auf der Autobahn zu synchronisieren. Die Vorstellungen von der idealen Reisegeschwindigkeit für 500-Kilometer-Fahrten gehen nämlich ein Stück weit auseinander. Wir einigen uns dann aber ganz unbürokratisch auf ein gemeinsames Marschtempo: Ich mit 130 vorneweg, die anderen holen in der Zeit wieder auf, die ich benötige, um an der A6 falsch in Richtung Saarbrücken abzubiegen oder hektisch auf Rastplätzen zu stoppen, um das verdächtige Scheppern von der Hinterachse zu lokalisieren (eine Radkappen-Halteklammer klammerte nicht mehr).

764_Pornoschlonte_800

Doch was ist das? Pornoschlonten greifen an! Rohr fünf – Feuer frei!

768_Allee_800

Das letzte Stück Weg führt durch Alleen übers schöne Frankenland. Selbst hier bietet sich noch allerlei Gelegenheit, die kleine Frau im Navi sagen zu hören „Neuberechnung im Gang“, weil man wieder eine Einmündung übersehen hat.

782_Sternentor_800

Dann wird der uralte Menschheitstraum wahr: Das Tor zu den Sternen steht offen.

784_Moorbraungeparkt_800

Der Moorbraune wird – nach einer kurzen, haha, Spritztour durch die Waschanlage – optisch vorteilhaft auf der Wiese an der Sporthalle geparkt.

769_Zelt_800

Schnell noch das Leinwand-Eigenheim errichtet (ja, da geht wirklich ein ausgewachsener Mann rein, wenn auch nur diagonal), dann heißt es endlich: auf zur Expedition ins Dorfinnere, wo sicherlich schon scharenweise malerische Eingeborene und ihre gastfreundlichen Hütten auf uns warten, oder ähnlich.

Morgen mehr, bleiben Sie dran. Ich bin nämlich gerade erst nach Aachen zurückgekehrt und jetzt hundemüde. Nur so viel: Es war fan – tas – tisch. Freuet euch schon mal. Gibt auch Bilder.

Wie im Fluge

Freitagabend. Endlich, die erste große Fahrt des Jahres. Nach Bielefeld soll’s gehen, wo ein Wiedersehen mit zwei guten Freundinnen ansteht. Sowie ein leckeres Essen bei unserem Lieblingsspanier. Wird das gerade aus halbjährigem Winterschlaf geweckte Coupé mit é auch mitspielen?

547_Tempo180_800

Vorglühen, auf die Autobahn gehen, rechten Fuß ganz durchtreten, den Stern auf der linken Spur justieren, Tachonadel an gewünschter Stelle fixieren.

544_Tempo180-Tacho_800

Glaubt man mir jetzt, dass der serienmäßige 160-km/h-Tacho des 240D nie und nimmer ausreicht? Doc Wolfi’s Tuningstufe I macht es möglich.

Man beachte auch, dass sich die Drehzahl nicht einmal bei 180 Sachen nennenswert über 4.500 Umdrehungen erheben mag. Ein OM 616 bewahrt eben stets die Contenance, auch wenn es Herrchen mal etwas eiliger hat. Jedenfalls bei Fünfganggetriebe. Wer wollte da noch behaupten, 72 PS reichen nicht aus.

(Zugegeben – es war eine Gefällestrecke. Andererseits schleift der linke Bremssattel vorne, im Tank schwappt sechs Monate altes holländisches Sojapöl, der Kofferraum lag voller Reifen und die abstehenden Zierleisten an den Türen versauen die Aerodynamik total.)

672_Strichacht_800

Am Samstag nach dem Essen schauen wir noch auf dem Flugplatz Bielefeld vorbei. Das lohnt sich immer, nicht nur wegen der Fahrzeuge auf dem Parkplatz…

668_Flossencoupe_800

…oder auf dem Vorfeld. Mehr dazu im Pilotblog.

Nur eins noch: Wenn auf der Rückfahrt erschröckliches Scheppern, Kreischen und Klappern ertönt, muss es nicht zwingend ein zerbröselter Auspuff sein. Eine gelöste Halteklammer der Radkappen klingt genauso.

Ansonsten: fast 800 Kilometer mit Vollgas, wo immer es ging, ohne besondere Vorkommnisse. W123 Diesel halt, so muss das sein.

Back on the Road

Die Dieselcoupésaision 2008 ist eröffnet. Gestern Abend habe ich ihn aus der Garage geholt. Natürlich sprang er sofort an.

Ja, man kann sich schon gewöhnen an ein Alltagsauto wie den Golf III. Kompakt, praktisch, wendig, selbst mit 60 PS ausreichend motorisiert. Nie muss man Angst ums Blech haben, alles ist so schön funktionell, modern und angenehm. Steuer und Versicherung sind überaus günstig, die Spritkosten bei LPG ein Witz.

Aber eine einzige kurze Fahrt durch die City mit dem W123 reicht aus, um wieder zu wissen, wo man zu Hause ist. Dieses unglaublich warme, solide Brummeln des Diesels da vorne. Dieses majestätische Gleiten. Wie selbstverständlich der linke Ellenbogen und der rechte Unterarm ihre Plätze auf Türpolster und Mittelarmlehne einnehmen. Die plötzliche Entschleunigung des gesamten Verkehrs. Wieviel Zeit man plötzlich hat. Ganz vorne auf der Haube teilt der Stern den Verkehr wie Moses‘ Stab die Wasser des Roten Meeres.

Trotz grotesker Steuersätze und leidiger Biospritdebatte: Als ich nach dem Parken am Straßenrand den Bürgersteig nach Hause ging und die halbe Straße nach Pöl roch, wusste ich wieder: Das ist mein Auto.

Kleine Schritte

Die immerwährende To-Do-Liste ist um einen Punkt kürzer. Mit roten Nummern rollt das Coupé mit é nach Eschweiler. Dort wartet ein neuer Kurbelwellensimmerring (derzeit der Hauptverdächtige für das Ölvergießen), der dem Patienten in einer viereinhalbstündigen Operation verpflanzt wird. Anschließend noch eine Motorwäsche und voilá! Innen sauber wie nie geht es zurück nach Aachen in die Heia.

Desaster

Es ist wirklich eine Hiobsbotschaft, was heute Morgen im W123-Forum steht: Die Werkstatt von David Bothen in Bottrop ist abgebrannt. Verloren sind diverse Youngtimer und das riesige Teilelager („ca. 100 Armlehnen alleine“). Einziges Glück im Unglück – zumindest David ist außer einer leichten Rauchvergiftung offenbar nichts passiert. Bilder vom Feuer, das nach ersten Angaben durch Arbeiten in einer benachbarten Werkstatt ausgelöst wurde, gibt es bei Blaulichtreporter, ebenso ein Video (da war aber ein Reporter fleißig).

Die Szene ist zu Recht geschockt (1, 2). Bothen ist seit Jahren als ebenso kenntnis- wie hilfreicher Altmercedesexperte bekannt, war mit zahlreichen Restaurierungsaktionen in Fachmagazinen vertreten, sein Teilelager war legendär. Für die Youngtimerszene ist es ein rabenschwarzer Tag. Und David steht ohne Werkstatt, ohne Lager, ohne Werkzeug, vor den Trümmern seiner Existenz. Schon kursieren erste Spendenaufrufe im Netz.

Seit Jahren hatte ich mir vorgenommen, endlich mal selber hinzufahren, um nach Einlagen für die Innenverkleidung des Coupés – beige, kariert, ohne Fensterkurbellöcher – zu gucken. Zu spät. Wie viele Altbenzfahrer gerade wohl ähnliche Gedanken hegen?

Techno Classica

076_OtherClub_800

Uff, was für ein anstrengender Tag: Standdienst für den VDH auf der Techno Classica in Essen.

063_VDH-Stand_800

Unser Stand: Heckflossenfreunde in Aktion. Acht Stunden lang palavere ich hier mit Spaniern auf Italienisch, Schotten auf Englisch und Holländern auf Deutsch über die Vorteile einer Mitgliedschaft im schönsten aller Mercedesclubs.

112_Schotte_800

Das ist übrigens der Schotte.

Sporran

Man beachte den Sporran: McBenz of Edinburgh, hunting. (Nein, das ist kein Dudelsack.)

064_VDH-Schild_800

Ich bin also Mitglied einer T-Shirt-tragenden kameradschaftlichen Verbindung geworden. Mal abgesehen vom humorigen Inhalt der Wandbedruckung (Schwankungen von rund 800 bei der Mitgliederzahl, 1988 – 2008 = 19 Jahre usw.): Ich finde den Aufwand, mit dem Mercedes Daimler-Benz seine Fanclubs mit in eine Messepräsentation einbezieht, bemerkenswert. Das nächste Mal ziehe ich mir auch ein Hemd an, versprochen. Vielleicht auch einen Kilt.

108_VDH-Kondom_800

Die Krönung der VDH-Devotionalien auf unserem Tresen sind nicht die schon etwas angeschmuddelten Seifenblasendöschen oder die zerkratzten Jojos, sondern dieser coole Schlüsselanhänger. Was die aufgedruckte Behauptung „Verkehrsunfälle bauen wir nicht“ betrifft: Das Haltbarkeitsdatum des inliegenden Gummiartikels ist 1999 abgelaufen.

106_300SL-Schild_800

Weitaus stilsicherer präsentiert sich dagegen der Mutterkonzern Mercedes Daimler-Benz, etwa bei der Wahl dieser verchromten Nummernschildhalter an einem 300 SL. Bei Ebay sind die manchmal fast acht Euro teuer.

Siebenerschild

Lästerte ich über Mercedes Daimler-Benz-Nummernschildhalter? Bei BMW geht es noch schöner: Glitter ohne Glamour an diesem Siebener.

111_16V-Motor_800

Die Bandbreite der ausgestellten Fahrzeuge reicht von ganz unten bis ganz oben. Fangen wir mal unten an: Das kleine Schwarze rechts hinten in diesem Motorraum ist, äh, der Motor. Ein 16V im 190er. (Ist dem die rechte Motoraufhängung weggebrochen oder muss das so schief?).

109_111-Motor_800

Das große Silberne mitten in diesem Motorraum wiederum ist ein richtiger Motor. In einem richtigen Auto, einem 111er-Cabrio. In der Tat, richtiger geht’s kaum.

101_108-AMG_800

Wo wir gerade bei Repräsentationsmobilen der Sechziger Jahre sind: Da der hubraumschwache 6,3-Liter im W109 seinerzeit keine wirklich adäquate Fortbewegung zu bieten vermochte, sprang der Tuner AMG hilfreich ein und bohrte den müden V8 noch einmal um 70 PS auf. Als Kehrseite musste der Fahrer fortan auf diese Hudsen Luftschlitze blicken.

096_BerthaBenz_800

Women to the Wheel! Merc Der Mutterkonzern war so fein, sich an die erste Fernfahrt eines Autos zu erinnern: 1886 von Bertha Benz getan. Gleich drei ausgestellte Motordroschken mitsamt liebevoll ausstaffierter Darstellerinnen erinnerten an dieses Ereignis. Allerdings: Welches Wheel?

Rolls-Innen

Genug des teutonischen Blechs? Auch Briten bauten einst betörende Autos. Wie diesen Rolls. Bitte Platz zu nehmen, Eure Exzellenz…

083_Rolls-Wischer_800

Mit so herzerwärmenden Details wie dieser Wischbürste am Scheinwerfer. In diesem Zusammenhang weise ich auf das erste Foto ganz oben in diesem Beitrag hin. Es zeigt nicht nur, dass auch Bentleys Kühlerfiguren haben, sondern auch, dass sich Luxusautos und Humor nicht völlig ausschließen. „The Other Club“ ist als Name für einen Rolls- und Bentley-Verein einfach herrliches Understatement.

087_Allard_800

Ein viel seltenerer Gast von der Insel ist dieser Allard. Der offenrippige Kühlergrill erlaubt tiefe Einblicke in sein Innenleben (erwähnte ich schon, dass die Fotos anklickbar sind?).

084_Einrad_800

Nicht ganz so exklusiv, dafür mindestens genauso exotisch sind die Ausstellungsstücke des „Rollenden Einradanhänger-Museums“. In den Fünfziger Jahren waren diese winzigen Kofferraumverlängerungen beliebte Zutat bei Fernreisen mit Klein-Autos wie Fiat 600, Lloyd oder Käfer.

085_Volksboot_800

Die schwimmende Variante: Das Volksboot. Das zusammenklappbare Wasserfahrzeug schaffte es mangels finanzieller Unterstützung leider nicht in die Großserie. Die Idee ist genial.

078_Porsche-T3

Hätte dieser Wagen einen Spitznamen, er wäre „The Brick“. Es ist der bekannte VW T3, den die Entwicklungsabteilung von Porsche als Begleitfahrzeug bei Messfahrten benutzte. Irgendwann war es den Zuffenhausenern zu dumm, in ihren 911ern und 928ern ewig zu warten, bis ihr Bus hinterhergehechelt kam. 231 PS und ein Sportfahrwerk verwandelten den Klotz in eine Kanone.

T3-Lenkrad

Von hier aus wird er pilotiert.

073_CadillacWheel_800

Ein etwas anderes Lebensgefühl herrscht hier. Man beachte den Schlüsselanhänger auf dem Armaturenbrett.

Caddy

Großer Motor, großer Gleiter: Für Raserei ist der Cadillac weniger geeignet. Zum Cruisen auf dem Sunset Boulevard dürfte es aber kaum etwas Geeigneteres geben.

Edselfront

Wir bleiben in den USA, aber mit diesem traurigen Kreuzer möchten wir nicht so gerne gesehen werden: das berühmte Toilettengesicht des Edsel.

067_Edsel-Spiegel_800

Sensationell ist dieses satellitenartige Gebilde auf dem Kotflügel. Damit konnte der Fahrer bei günstigen Bedingungen nach hinten sehen…

065_Edsel-Heck_800

…und auf dem Achterdeck konnten derweil zwei Matrosen stehen. Was ist nur aus dem guten alten „Schwiegermuttersitz“ geworden?

Rambolambo

Ein Rambolambo.

091_Modelle_800

Natürlich gab’s viele hübsche Dinge rund um’s Blech zu bewundern. Träume in 1:87…

105_Koffer_800

…und Reisezubehör aus vergangenen Epochen. Dieser Messestand hat mich besonders fasziniert. Die Überseekoffer und Reisetaschen sind teils neu auf „historisch“ gemacht, teils wirklich uralt.

Koffer

Dieses besonders weit gereiste Exemplar war bis 1935 unterwegs, was sein Besitzer handschriftlich im Innenfutter vermerkte („S.S. Stuttgart – Hamburg- New York“)

Senior

Hübscher Hut, der Herr.

Insgesamt bin ich von meinen Fotos eher enttäuscht. Für die Motivwahl kann die Kamera natürlich nichts, aber die hohe Zahl der Bilder, die ich wegen Unschärfe aussortieren musste, hat mich überrascht. Muss am Schummerlicht in den Hallen gelegen haben. Das sah man leider auf dem kleinen Display nicht.

Die Entfernungen, die man zu Fuß auf einer Messe zurücklegt, sind ja eigentlich nicht allzu groß. Geschlaucht ist man trotzdem, wenn man wieder nach Hause kommt. Erfreut ist man allerdings, wenn dort Post aus Ornbau im Briefkasten liegt: die Bestätigung, dass man mit der Startnummer 348 beim Pfingsttreffen dabei sein darf.

[Update am 28. März: 9 Fotos und etwas Text ergänzt]