Pöl-Problem

24. April (295.596 km): Unangenehmes Erlebnis auf der Autobahn nach Paderborn: Bei 160 km/h und nicht mehr viel Pöl im Tank (ca. 15 Litern) kommt plötzlich das schon mal erlebte Gas-Weg-Erlebnis – kein Sprit mehr. Doch er fängt sich auch bei weniger Geschwindigkeit nicht mehr. Der Wagen erreicht gerade noch einen Rastplatz.

Im Leerlauf nagelt er normal, bei etwas mehr Gas kommt ein fieses Kreischen – wie ein Keilriemen. Panik: Ist die Einspritzpumpe im Eimer? Ist das jetzt der Pölschaden? Irgendwas aus Richtung Ansaugtrakt schnorchelt komisch – ich reiße die Isomatte aus dem Luftfilter wieder raus. Als ich den Schlüssel abziehe, geht der Wagen zuerst nicht aus. Was ist da los?

Da ich sonst nichts machen kann, wechsele ich den Hauptfilter (zum ersten Mal, seit ich mit Pöl fahre) und kippe den Diesel aus dem Reservekanister in den Tank. Dann ganz vorsichtig, die nächste Abfahrt runter. An der nächsten Tankstelle fülle ich mit Diesel auf (nach Ewigkeiten zum ersten Mal). Auf der Weiterfahrt und bei der Rückfahrt am Abend ist wieder alles wie gewohnt. Hat das Coupé Selbstheilungkräfte? Hauke aus’m Forum hatte recht: Selbstzünder sind unheimlich.

Besuch in Bremen

Kleine Landpartie in den Norden: Weil die hässlichen silbernen Stahlfelgen auch noch falsche (und zu schwere) vom W108 sind, habe ich nach korrekten 123er-Scheiben gesucht. KP aus dem W123-Forum will mir einen Satz schenken. Also geht es an einem freien Tag Richtung Bremen.

Auf der Rückfahrt nutze ich einen Stau auf der A2 bei Exter, um den probeweise anmontierten AMG-Spoiler abzulichten.

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Nee, ich mag das Ding nicht. Und das liegt nicht an der falschen Farbe.

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Auch nicht an den fiesen rostigen Radkappen.

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Irgendwie verleiht er dem Wagen einen Überbiss.

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Nichts für das Coupé mit é. Wer sich trotzdem nicht satt sehen kann an dem Plastikding, sei auf die Bildergalerie „Der AMG-Spoiler“ verwiesen.

Ich habe ihn wieder abgeschraubt.

Neue alte Räder

22. April (294.016 km): 10-Uhr-morgens-Termin bei Siggi. Nachdem der Wagen seit ein paar Tagen auf der täglichen Fahrt zur Redaktion Paderborn fürchterlich eierte, wuchtet Siggi alle vier Reifen neu aus. Einer der beiden „neuen“ Contis vom letzten Jahr hat einen Gewebeschaden. Offenbar sind sie von 1990. Ahem. Lieber nicht mehr 0,5 bar zuviel draufpacken. Ich lasse alle Reifen auf den alten (silbernen) Stahlfelgen montieren, weil mir die ständig dreckigen Alufelgen ein Dorn im Auge sind. Leider sind die moorbraunen Radkappen nicht mehr aufzufinden. Habe ich sie am Ende abgebeizt und Siggi mit dem 280S geschenkt?

Weitere Punkte: Holz-Leder-Lenkrad montiert, AMG-Spoiler probeweise montiert (sieht so naja aus), Auspuff-Mittelrohr ans Hosenrohr festgeschweißt (war lose und drehte sich), neue Dichtung Scheinwerferglas Fahrerseite, Scheinwerfer eingestellt, Servo-Öl teilgewechselt und das Metall-Lochblech im Pumpengehäuse gereinigt (da gehört mal ein Filterchen rein). Neue Dichtgummis ans Stehblech in den vorderen Radhäusern. Ca. 0,3 l Öl nachgefüllt.

Tonstudio

9. April (293.211 km): Sound-Experiment: Ein kreisförmiges Stück Isomatte unter den Luftfilterkastendeckel geklemmt (der M102 hatte nämlich auch so eine Schaumstoffschicht drin). Das Fahrgeräusch verändert sich deutlich: Es wird dumpfer und ruhiger. Beim Beschleunigen klingt es fast schon unangenehm tief, beim Cruisen mit 60 km/h im Vierten ist kaum noch ein Nagelgeräusch zu hören. Interessant. Neues L-förmiges Gummistück für die Ventildeckel-Entlüftung.

Mit Beff gegen Siff

5. April (292.966 km): Zum 1. Mal nach Pöl den Vorfilter gewechselt. Hing doch etwas Siff drin (wie wohl der Hauptfilter aussieht?). Den 190er-Luftansaugschlauch mit Neoprenklebeband (klebt wie Hulle!) aus dem Obi isoliert. Fahrerfußraumverkleidung mit „Beff“ vom Ölgeklecker gereinigt und PC-Kabel für das Radio-Display durch die Mittelkonsole gezogen (da ist jetzt ein ganz schöner Kabelsalat…). Und morgens zum ersten Mal wieder bei Daimlers gewesen, Teile geordert und die Chromkappe für den DZM abgeholt (über 7 Euro!).

Die Ölpest

2. April. Wochenendbasteleien. Tanknadel neu aufgesetzt, Vorglühwendel-Zeichen ins Kombiinstrument eingebaut (jetzt sind wir endlich auch offiziell ein Diesel). Versuch, den TFT-Bildschirm einzusetzen, scheitert – kein Strom. Dann noch ein Desaster: Beim Einbau vergesse ich, die Öldruckleitung einzuschalten. Mehrere Sekunden Leerlauf produzieren eine Öllache hinterm Armaturenbrett, das Zeug sifft die Getriebetunnelverkleidung runter… schiete!

Erwachen aus dem Winterschlaf

1. April 2006 (292.899 km): Um fünf Minuten nach Mitternacht Benni aus der Tiefgarage gerollt. Sprang beim zweiten Versuch an. Kleine Probefahrt mit Petra gemacht. Wunderbar! So muss sich ein Auto anhören. So muss sich ein Auto anfühlen. So muss sich ein Auto fahren. W 123. Alles andere ist was anderes.
Es geht doch nichts über Selbstzünder: Auf der Probefahrt ärgere ich mich über flackerndes Scheinwerferlicht und Knacksgeräusche im Radio beim Blinken – es hatte sich das Batteriekabel gelöst, den Strom machte nur die Lichtmaschine.